* Die AWO kritisiert, dass der Koalitionsausschuss keine gezielten Entlastungen für Armutsbetroffene beschlossen hat.
* Sie fordert eine radikale Absenkung des Kinderfreibetrags zugunsten einkommensschwacher Familien.
* Die geplante Senkung der Energiesteuer wird begrüßt, muss aber vollständig an Verbraucher weitergegeben werden.
AWO sieht bei Energie-Entlastungen Lücken für Menschen in Armut
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) bewertet die nach dem Koalitionsausschuss in Berlin vorgestellten Entlastungen in der Energiepreiskrise nur teilweise positiv. Der Wohlfahrtsverband unterstützt vor allem die geplante Absenkung der Energiesteuer, kritisiert aber, dass aus seiner Sicht gezielte Hilfen für Armutsbetroffene fehlen.
Damit rückt die AWO die soziale Treffsicherheit der Maßnahmen in den Mittelpunkt. Aus Sicht des Verbandes reichen allgemeine Entlastungen nicht aus, wenn Haushalte mit wenig Einkommen gleichzeitig von steigenden Kosten für Lebensmittel, Warmmiete und andere Ausgaben des täglichen Lebens besonders stark betroffen sind.
AWO-Präsident Michael Groß erklärte: “Wir begrüßen, dass die Koalition in der Energiepreiskrise Handlungsfähigkeit beweist und konkrete Entscheidungen zur Entlastung der Bürger*innen getroffen hat. Die Absenkung der Energiesteuer ist pragmatisch und relativ zielgerichtet. Von ihr profitieren auch soziale Einrichtungen, wie ambulante Pflegedienste. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass die Preissenkungen an den Zapfsäulen auch in vollem Umfang weitergegeben werden. Vergessen hat die Koalition zusätzliche Entlastungen für Armutsbetroffene, die auch über die Spritpreise hinaus schon bald unter steigenden Preisen leiden werden.”
Steigende Lebenshaltungskosten aus Sicht der AWO breiteres Problem
Nach Einschätzung der AWO beschränkt sich die Belastung nicht auf höhere Spritpreise. Der Verband warnt davor, dass vor allem Menschen mit geringen Einkommen steigende Ausgaben bei Nahrungsmitteln und Wohnen kaum ausgleichen können.
Michael Groß formulierte die Lage so: “Expertinnen aus der Lebensmittelbranche, auch der Bauernverband, rechnen fest damit, dass infolge der gestiegenen Energiepreise schon bald auch die Lebensmittelpreise deutlich anziehen werden. Trotz steigender Preise gab es in der Grundsicherung zuletzt zwei Nullrunden. Davon betroffen sind auch Millionen von Rentnerinnen und Menschen, die aufgrund ihrer Gesundheit nicht in der Lage sind, einer Arbeit nachzugehen. Auch die Kosten der Warmmiete werden massiv steigen – hier braucht es dringend Entlastung.”
Mit dieser Einschätzung verbindet die AWO die Forderung nach gezielten Maßnahmen für Menschen, die steigende Preise unmittelbar spüren. Der Verband dringt auf Entlastungen bei Warmmiete und Lebensmittelkosten sowie auf armutsfeste Sozialleistungen.
AWO fordert Umverteilung bei künftigen Entlastungen
Über die aktuelle Kritik an den Beschlüssen hinaus verlangt die AWO eine andere Ausrichtung künftiger Entlastungspolitik. Nach Vorstellung des Verbandes sollen staatliche Maßnahmen stärker dort ankommen, wo die finanzielle Belastung besonders hoch ist.
Michael Groß sagte dazu: “Wir nehmen die Parteichefs, und ganz besonders Markus Söder, deshalb bezüglich langfristiger Entlastungen beim Wort und werden darauf achten, dass die Reform der Einkommensteuer auch wirklich eine umverteilende Wirkung haben wird. Und zwar von oben nach unten. Ganz konkret schlagen wir als AWO eine radikale Absenkung des Kinderfreibetrags vor, von dem aktuell wohlhabende Familien stark profitieren. Die dadurch eingesparten Milliarden sollten gezielt für armutsbetroffene Familien und die untere Mittelschicht eingesetzt werden. Das heißt: armutsfeste Sozialleistungen, ein höherer Grundfreibetrag und ein schwächerer Anstieg der Steuerbelastung bei kleinen Einkommen.”
Im Kern fordert die AWO damit eine umverteilende Reform bei der Einkommensteuer. Entlastungen sollten aus Sicht des Verbandes nicht vor allem breit gestreut sein, sondern stärker auf armutsbetroffene Familien und die untere Mittelschicht zielen.
Soziale Treffsicherheit im Zentrum der Debatte
Mit ihrer Reaktion auf die Ergebnisse des Koalitionsausschusses verschiebt die AWO den Schwerpunkt der Debatte auf die Frage, wer von staatlichen Entlastungen tatsächlich profitiert. Der Verband macht deutlich, dass er politische Maßnahmen in der Energiepreiskrise vor allem an ihrer Wirkung für Menschen mit geringem finanziellen Spielraum misst.
Die Position der AWO verbindet damit kurzfristige Forderungen nach zusätzlicher Unterstützung mit dem Ruf nach strukturellen Änderungen in der Steuer- und Sozialpolitik. Aus Sicht des Verbandes entscheidet sich gerade in der aktuellen Krise, ob Entlastungen auch diejenigen erreichen, die steigende Lebenshaltungskosten am wenigsten abfedern können.
Dieser Beitrag basiert auf Informationen und Aussagen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aus einer aktuellen Pressemitteilung.
Weiterführende Quellen:
- „Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) kritisiert, dass im Koalitionsausschuss keine zusätzlichen Entlastungen für armutsbetroffene Menschen beschlossen wurden und fordert gezielte Maßnahmen wie armutsfeste Sozialleistungen, eine radikale Absenkung des Kinderfreibetrags und mehr Entlastung bei steigenden Kosten für Warmmiete und Lebensmittelpreise (Stand: 13. April 2026).“ – Quelle: https://www.awo.org
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Die Energiepreiskrise wirkt laut AWO nicht nur über steigende Spritpreise, sondern verschärft vor allem die Lebenshaltungskosten. Besonders betroffen seien Haushalte mit wenig Einkommen, weil Ausgaben für Lebensmittel und Warmmieten schneller steigen als mögliches Ausgleichen über allgemeine Entlastungen.
Für Menschen in Armut und einkommensschwache Familien heißt das: Entlastungen müssen so ausgestaltet sein, dass sie tatsächlich bei ihnen ankommen—nicht nur pauschal entlasten. Auch Pflege-nahe Strukturen wie ambulante Pflegedienste könnten profitieren, wenn Preisvorteile bei Endkundinnen und Endkunden ankommen. Für Politik und Verwaltung ergibt sich daraus die Aufgabe, soziale Treffsicherheit und wirksame Weitergabe der Entlastungen mitzudenken.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Warum reicht eine allgemeine Energie-Entlastung laut AWO nicht aus?
Weil Menschen mit geringen Einkommen laut AWO besonders stark von steigenden Ausgaben für Lebensmittel und Warmmiete betroffen sind.
An welcher Stelle sieht die AWO Lücken bei den Maßnahmen?
Der Verband kritisiert fehlende zusätzliche Entlastungen speziell für Armutsbetroffene über die Spritpreise hinaus.
Welche Forderungen stellt die AWO bei künftigen Entlastungen?
Die AWO fordert stärker umverteilende Wirkung, etwa durch eine radikale Absenkung des Kinderfreibetrags sowie armutsfeste Sozialleistungen.
Wer kann bei Fragen zu passenden Hilfen weiterhelfen?
Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.
Newsletter-Anmeldung
Vergessen Sie nicht unseren Newsletter zu abbonnieren, damit Sie immer auf dem laufenden bleiben.
20 Kommentare
Die betroffenen werden wieder mal übersehen, das ist enttäuschend. Lob an AWO dass sie auf armutsbetroffene hinweist, die forderung nach umverteilung klingt fair, aber radikal absenkung vom kinderfreibtrg klingt hart. Besser wäre kombi aus höherem grundfreibagr und zielgerichteten zahlungen, mehr dazu: /politik/umverteilung und /soziales/grundfreibetrag.
Ja, Karola, kombi klingt sinnvoll. Ich denke auch an rentner und leute mit gesundheitlichen problemen, die nicht mehr arbeiten können. AWO nennt das auch, und verweist auf armutsfeste sozialleistungen. Klarer vorschlag: zeitlich begrenzte zuschüsse für warmmiete, das würde schnell helfen, siehe /soziales/armutsfeste-sozialleistungen.
Neutral betrachtet find ich die forderungen angemessen, aber politik muss erklärn wie das finanzierbar ist. Wer zahlt die milliarden wenn kinderfreibtrg runtergeht? Mehr aufklärung wär gut, mit beispielen wer gewinnt wer verliert. Hilfreich wäre eine tabelle oder rechnen auf /politik/umverteilung.
Kurz und bündig: die Energiesteuer senkung ist ok aber nicht zielgenau, arme leute brauchen mehr. AWO nennt armutsfeste sozialleistungen, das find ich gut, aber wie setzt man das um ohne neue lochkarten? Mehr transparenz bei preisen an der zapfsäule ist nötig, siehe /energie/energiesteuer und /soziales/armutsfeste-sozialleistungen.
Stimmt, Transparenz fehlt. Wenn preise an pumpe nicht runtergehen, bringt’s nix. Wer kontrolliert tankstellen? Auch lebensmittelpreise steigen bald, das ist kein lokales problem. AWO hat recht mit der warnung, aber braucht konkrete kontrolle und unterstützung für bedürftige, siehe /wirtschaft/lebensmittelpreise.
Interessanter text, die AWO hebt wichtige punkte hervor, besonders das problem mit warmmiete. Aber es fehlt mir ne klare rechnung wieviel geld durch kinderfreibtrg umverteilt würde und ob das reicht. Kann jemand zahlen nennen oder link posten? Schau auch /politik/kindersteuer und /wirtschaft/lebenshaltungskosten, danke.
AWO spricht klare worte, die soziale treffsicherheit is wichtig. Die radikale absenkung vom Kinderfreibtrg kann sinn machen, aber ist irgendwie grob und kann auch nebeneffekte haben. Wäre gut zu sehen wie genau umverteilung funkzioniert, welche haushalte wirklich profitiertn. Link zu vertiefung: /politik/umverteilung und /soziales/armutsfeste-sozialleistungen, danke für den beitrag.
Ich frage mich ob arme familien genug bürokratie schaffen um die neuen regeln zu nutzen. Zu viele formulars, wartezeiten usw. AWO nennt das, aber was ist der plan? Mehr direkte hilfe bei warmmiete wär besser, siehe /soziales/armutsfeste-sozialleistungen, bitte mehr praxisnahe lösungen liefern.
Neutral gesagt, die idee mit kinderfreibtrag trifft wohl die falschen, aber radikal=heftig, vielleicht schrittweise besser? Auch energiepreiskrise bringt lebensmittelpreise hoch, das trifft rentner und chronisch kranke. Gute frage wer kontrolliert die weitergabe der steuer-senkung an verbraucher, siehe /energie/energiesteuer.
Die AWO hat teilrecht, die Entlastungen sind nicht genug für arme leute, wärmmiete und lebensmittelpreise treffen die, die schon knapp sind. Die idee mit Kinderfreibtrg ist intressant, aber wie soll des geld zielgerecht kommn? Mehr infos auf /politik/entlastungen-fuer-armut und /soziales/kinderfreibetrag, finde gut die Diskusssion, bitte mehr konkrete rechungen, sonst bleibt es nur worteiere.
Guter punkt, Maja. Ich seh das ähnlich, die Energiesteuer-senkung hilft, aber wenn zapfsäule nicht preisgeben wird, bleibt nix für arme. Wer kontrolliert das? Sie schreiben auch von Warm miete und lebensmittelpreise, siehe /energie/energiesteuer und /wirtschaft/lebensmittelpreise. Vielleicht braucht es direkte zahlungen, nicht nur steuerrabatt.
Kurz gesagt die politik muss umverteilen, die AWO fordert das zurecht, radikale Absenkung kinderfreibetrag hört sich hart an aber könnte geld frei machen fuer armutsbetroffene, wichtig is dass entlastungen nicht nur sprit betreffen sondern warmmiete und lebenskosten, mehr transparenz und kontrolle bei weitergabe an verbraucher nötig, siehe auch /politik/umverteilung und /themen/energie für hintergrund infos, wer macht mit beim diskutiere?
Neutral meinung: AWO bringt wichtige punkte, die sozial treffsicherheit fehlt in beschlüssen, Energiesteuer kann helfen wennweitergegeben wird, aber wer prüft das, und was mit steigenden lebensmittelpreisen, arme leute haben kein puffer mehr, vielleicht sind armutsfeste sozialleistungen plus warmmietzuschuss nötig, link /soziales/armutsbekämpfung kann hilfreich, frage an andere: was würdet ihr lokal fordern?
Neutral gesagt, die Koalition handelten halbherzig, Energiesteuer senkung hilft ok, aber für die armen reicht es nicht, die warmmiete steigt, grundsicherung blieb ohne erhöhung, AWO hat recht mit treffsicherheit, mehr umverteilung wäre sinnvoll, guckt mal /themen/soziales und /politik/steuerpolitik, wer kontrolliert weitergabe an zapfsäulen, gibts da vertrag oder nur vertrauen?
Ich versteh nicht alles mit Kinderfreibetrag aber rausgefiltert wird das viel geld für reiche kinderfamilien, das ist ungerecht, besser direckthilfe für armutsbetroffen, mehr armutsfeste leistungen, auch kleinunternehmer und pflegedienste brauchen entlastung, schaut mal /soziales/awo-stellungnahme für mehr details, wie kann man politisch druck machen damit das umgesetzt wird?
Gute kritik der AWO, aber fehlt mir noch plan wie das konkret wird, die begriffe sind da aber kein plan, warmmiete kosten sind real, lebens mittel preise schießen hoch, ich würd lieber zielgerichte gutscheine oder direkte kaufkraft hilfe sehn als pauschalen, hat jemand erfahrung mit lokalen hilfen oder /hilfe/lebensmittelprogramme
Ich find es wichtig das Entlastungen zielgerichtet sein müssen, aber die artikel sagt das schon, die AWO schlägt absenkung Kinderfreibetrag vor, das klingt drastisch aber vielleicht nötig, wo bleibt die diskussion um armutsfeste sozialleistungen und wie werden Lebensmittelpreise abgefedert, gibt es studie dazu oder link zu /forschung/lebensmittelpreise ich wär dankbar für quellen
Die AWO hat recht,aber warum macht die Koalition nix gezielt, das frag ich mich echt, die Energiesteuer senkung ist gut ok, doch wenn die Preissenkung nicht an der Zapfsäule ankommt bringt das nichts, warmmiete und Lebensmittel preise sind schon höher, mehr info auf /soziales/awo-kritik und /themen/energie sollte man lesen, wer kontrolliert das eigentlich, wer passt auf das die Entlastungen wirklick ankommen, das wär wichtig
Stimmt, ich find die idee mit Kinderfreibetrag radikal aber sinnvoll, aber die formulierung, also wie soll das gehen, ist so vage, das klingt gut aber brauch konkrete zahlen, und was ist mit armutsbetroffen, die brauchen warmmiethilfe und direkte hilfe, siehe auch /politik/steuerreform, jemand weiss mehr dazu
Gute punkte von AWO aber die umsetzung fehlt, es reicht nicht nur sagen wir senken Energiesteuer, es muss an die leute gehen, kontrollen fehlen, ich les öfter auf /soziales/wohnen über Warmmiete probleme, was kann man tun damit das geld wirklich ankommt und nicht irgendwo verschwindet