Augenärztlicher Notdienst in Gefahr: Experten warnen vor Versorgungslücken und fordern bessere Notfallversorgung durch Augenärzte

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Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) warnt vor wachsenden Versorgungslücken bei augenärztlichen Notfällen in einzelnen Bundesländern und fordert, gut funktionierende Notdienste zu erhalten und dort zügig aufzubauen, wo sie fehlen. Er betont, dass nur eine unmittelbare Behandlung durch Fachärztinnen und Fachärzte den Unterschied zwischen Erhalt und Verlust der Sehkraft ausmachen kann. Eine alleinige telemedizinische Betreuung reicht nach Ansicht des BVA nicht aus, weshalb die geplante Notfallreform diese Besonderheiten dringend berücksichtigen muss.

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– BVA warnt vor Unterversorgung bei augenärztlichen Notfällen, fordert Erhalt und Ausbau regionaler Notdienste.
– Zuständigkeit der Länder für Notdienstversorgung führt zu deutlichen regionalen Unterschieden in der Versorgung.
– Telemedizin nur ergänzend; akute augenärztliche Notfälle erfordern sofortige Behandlung durch Fachärzte vor Ort.

Akute Gefahr durch Unterversorgung bei augenärztlichen Notfällen

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) warnt eindringlich vor einer drohenden Unterversorgung bei augenärztlichen Notfällen. Da die Organisation des Notdienstes regional von den Bundesländern geregelt wird, bestehen erhebliche Unterschiede in der Versorgungsqualität. In manchen Regionen ist die Situation angespannt, was im Ernstfall den Unterschied machen kann zwischen dem Erhalt und dem Verlust der Sehkraft. „Bei augenärztlichen Notfällen entscheidet die unmittelbare und richtige Behandlung oft maßgeblich über den Therapieerfolg. Das kann in der Augenheilkunde den Unterschied zwischen Erhalt und Verlust der Sehkraft ausmachen“, betont Dr. Peter Heinz, 2. Vorsitzender des BVA.

Angesichts der anstehenden Reform der Notfallversorgung fordert der BVA, bewährte Strukturen zu erhalten und fehlende aufzubauen. Wie Daniel Pleger, 1. Vorsitzender des Verbands, klarstellt: „Wo der Notdienst effizient und strukturell funktioniert, muss er zwingend in der effektiven und tadellos funktionierenden Form erhalten bleiben. Gleichzeitig müssen effiziente Strukturen geschaffen werden, wo keine augenärztliche Notfallversorgung mehr vorhanden ist“. Die Forderungen des BVA bleiben unverändert relevant: „Die Forderungen des BVA sind auch jetzt, ein Jahr später, noch immer aktuell“.

Zusätzlich warnt der Verband vor einer alleinigen telemedizinischen Versorgung. „Eine alleinige telemedizinische Versorgung ophthalmologischer Notfälle ist aus unserer Sicht insuffizient und potenziell gefährlich für unsere Patientinnen und Patienten, denn: Akute und ernste augenärztliche Notfälle erfordern die unmittelbare Behandlung durch einen Augenarzt oder eine Augenärztin“, mahnt Heinz. Telemedizin kann demnach nur ergänzend dienen, etwa zur Unterstützung bei der Ersteinschätzung, jedoch nicht die direkte ärztliche Versorgung ersetzen. Zudem relativiert der BVA gängige Vorstellungen: „Das immer wieder angeführte Gerstenkorn ist nicht unbedingt der augenheilkundliche Paradenotfall“.

Bei der Reform der Notfallversorgung müssen diese Besonderheiten der Augenheilkunde zwingend berücksichtigt werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „Die Vorarbeiten aus den letzten beiden Wahlperioden werden uns dabei sicherlich nützlich sein; auch das gehört zur Effizienz“, so Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in ihrem Appell für eine rasche Umsetzung.

Warum funktionierende Notdienste für die Augen unverzichtbar sind

Eine zuverlässige augenärztliche Notfallversorgung ist für die gesamte Bevölkerung essenziell, weil akute Augenprobleme schnell und fachgerecht behandelt werden müssen. Im Gegensatz zu allgemeinmedizinischen Notfällen erfordert die Versorgung von Augenverletzungen oder plötzlichen Sehstörungen spezielles Fachwissen und technisches Equipment. Oft entscheidet die unmittelbare Behandlung über den Erhalt der Sehkraft – ein Zeitfaktor, der Augenärzten einen besonderen Stellenwert verleiht.

Nicht überall in Deutschland steht diese Versorgung flächendeckend und gleichwertig zur Verfügung. Die Verantwortung, Notdienste einzurichten, liegt bei den Bundesländern. Dadurch entstehen erhebliche regionale Unterschiede, die sich unmittelbar auf die Versorgungsqualität auswirken können. In manchen Regionen gibt es noch gut funktionierende Strukturen, in anderen fehlen augenärztliche Notdienste komplett oder sind nur schwer erreichbar. Dort stehen Betroffene vor einer unsicheren Situation, weil ein generalistischer Notdienst ohne spezialisierte Augenärzte eine adäquate Versorgung nicht leisten kann.

Diese Unterschiede haben konkret folgende Auswirkungen:

  • Verzögerungen bei der Behandlung akuter Erkrankungen oder Verletzungen des Auges
  • Erhöhtes Risiko für bleibende Schäden und damit Sehverlust
  • Zusätzliche Belastungen für Notaufnahmen ohne spezialisierte augenärztliche Unterstützung

Regionale Unterschiede und Folgen

Gerade auf dem Land oder in strukturschwachen Gebieten ist die augenärztliche Notfallversorgung oftmals nicht rund um die Uhr sichergestellt. Mobile Notdienste oder fachärztliche Bereitschaftsdienste existieren häufig nur in größeren Städten und Ballungsräumen. Das führt zu längeren Wegzeiten für Patientinnen und Patienten mit akuten Beschwerden. Zudem kann die Kapazität vor Ort begrenzt sein, wenn ein Notdienst nur vereinzelt stattfindet oder unter Personal- und Ressourcenknappheit leidet.

Neben der infrastrukturellen Herausforderung spielt auch der Fachkräftemangel eine große Rolle. Immer weniger Augenärztinnen und Augenärzte sind bereit, regelmäßig Notdienste zu übernehmen. Dies setzt die bereits vorhandenen Dienste weiter unter Druck und führt zu dünneren Personaldecken, was die Qualität der Versorgung mindert.

Digitalisierung und Grenzen von Telemedizin

Digitale Angebote und telemedizinische Systeme gewinnen auch im Bereich der augenärztlichen Notfallversorgung an Bedeutung. Teleophthalmologische Verfahren ermöglichen erste Einschätzungen und Beratungen aus der Ferne – etwa die Beurteilung von Symptomen oder die Vorqualifizierung von Fällen. Doch die Grenzen dieser Technologien sind klar definiert: Akute und komplexe Augenprobleme benötigen immer eine sofortige Untersuchung und oft auch eine Behandlung vor Ort.

Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands betont ausdrücklich, dass eine alleinige telemedizinische Versorgung im Notfall insuffizient und potenziell gefährlich ist. Wichtige Maßnahmen, wie das Entfernen von Fremdkörpern oder die differenzierte Diagnostik von plötzlichen Sehstörungen, sind nicht telemedizinisch durchführbar. Telemedizin kann also ausschließlich ergänzend zum Präsenzdienst eingesetzt werden.

Diese Entwicklungen zeigen, dass die Notfalldienste für Augenärzte zwar durch digitale Methoden unterstützt, aber nicht ersetzt werden können. Eine zukunftsfähige Notfallversorgung muss regionale Strukturen erhalten und ausbauen sowie gleichzeitig geeignete digitale Werkzeuge sinnvoll integrieren. Nur so können Patientinnen und Patienten flächendeckend eine qualitativ hochwertige, schnelle und kompetente Versorgung im akuten Fall erwarten.

Alle Informationen und Zitate zur Notfallversorgung in der Augenheilkunde basieren auf einer Pressemitteilung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V.

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