– Zum 75. Jahrestag des Grundgesetzes veröffentlicht BDP Resolution für Demokratie und Zusammenhalt.
– Verband bezieht unmissverständlich Position gegen Diskriminierung, Intoleranz und Rassismus.
– Psycholog*innen sollen mit Methoden zur Konfliktlösung gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
BDP setzt klares Zeichen gegen Diskriminierung, Intoleranz und Rassismus
Anlässlich des 75. Jahrestags des Grundgesetzes hat der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) eine wegweisende Resolution veröffentlicht, die die Bedeutung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt in den Mittelpunkt stellt. Mit der am 23. Mai 2024 in Berlin veröffentlichten Erklärung bezieht die größte Interessenvertretung der Psycholog*innen in Deutschland eindeutig Stellung – entschieden gegen Diskriminierung, Intoleranz und Rassismus.
Es ist höchste Zeit, ein klares Zeichen zu setzen und sich in diesem Sinne solidarisch zu engagieren, fordert BDP-Präsidentin Thordis Bethlehem nachdrücklich. Die einstimmig auf der Delegiertenkonferenz im April verabschiedete Resolution unterstreicht: Wir respektieren und fördern die Grundrechte sowie die Würde und den Wert aller Menschen, ein Engagement, das laut Bethlehem nur über eine funktionierende Demokratie und einen starken Rechtsstaat wirksam gesichert werden kann.
Bereits im Februar hatte sich der BDP dem Aufruf ‘Wir sind die Brandmauer’ des Netzwerks Hand in Hand angeschlossen – eine Reaktion auf die besorgniserregende Zunahme von Diskriminierung, eskalierenden Hassreden und Gewalt. Psychologinnen bringen mit ihrem Wissen und Verständnis eine wichtige fachliche Perspektive ein, um demokratische Prozesse und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Zur Stärkung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt ist eine breite Nutzbarmachung der Konzepte sinnvoll. Als Psychologinnen-Verband setzen wir uns für niedrigschwellige Hilfeleistungen in diesem Bereich ein und rufen zu mehr Engagement und Solidarität für eine demokratische Gesellschaft auf, so Bethlehem.
Der BDP, im Juni 1946 in Hamburg gegründet, vertritt heute rund 11.000 Mitglieder aus allen Tätigkeitsbereichen der Psychologie. Als anerkannter Berufs- und Fachverband setzt er sich nicht nur für die Interessen seiner Mitglieder ein, sondern informiert auch Politik, Medien und Öffentlichkeit. Mit seiner klaren Haltung knüpft der Verband an aktuelle gesellschaftliche Diskussionen an und verfolgt das Ziel, einen nachhaltigen Wandel zu mehr Toleranz und Respekt herbeizuführen.
Demokratie braucht Engagement – warum klare Haltung heute zählt
Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung sich wandelnder Grundwerte, die den Bedarf an gesellschaftlichem Zusammenhalt auf eine harte Probe stellen. In Zeiten zunehmender Polarisierung und Radikalisierung wächst nicht nur das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen politischen und sozialen Gruppen, sondern auch die Gefahr, dass verbindende Elemente unserer Demokratie erodieren. Gerade deshalb sind entschiedene und breitenwirksame Zeichen von Verbänden wie dem BDP heute von zentraler Bedeutung. Sie setzen klare Signale gegen Spaltung und für eine offene, respektvolle Debattenkultur.
Aktuelle Herausforderungen für Demokratie und Gesellschaft
Die Ursachen für Polarisierung lassen sich vielfach auf soziale und politische Unsicherheiten zurückführen, die in Verbindung mit individuellen Ängsten sowie einer starken Informationsflut entstehen. Diese Faktoren fördern Radikalisierungstendenzen und erfordern strategische Antworten. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass starke sympathische Netzwerke, die gemeinsame Werte betonen, unverzichtbar sind, um ein stabiles Fundament für resiliente Demokratien zu schaffen.
Psychologie als Schlüsselressource für Zusammenhalt
Psychologische Konzepte bieten Werkzeuge, um Konflikte konstruktiv zu bewältigen und demokratische Strukturen zu stärken. So können Mechanismen wie Empathie, Perspektivenwechsel und die Förderung von Vertrauen gezielt genutzt werden, um Brücken zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen zu bauen. Wissenschaftliche Trends heben die Bedeutung von Resilienz – also der Fähigkeit, Krisen standzuhalten und wieder aufzustehen – als zentrale Ressource für den Erhalt demokratischer Gesellschaften hervor. Internationale Beispiele verdeutlichen, wie psychologische Interventionen beispielsweise in Schulen oder der Arbeitswelt positive Effekte auf das Gemeinschaftsgefühl haben können.
Zentrale psychologische Erfolgsfaktoren für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind:
- Förderung von Empathie und aktivem Zuhören
- Entwicklung gemeinsamer Werte und Normen
- Stärkung von Vertrauen und sozialer Identität
- Fähigkeit zu konstruktiver Konfliktlösung
- Resilienzsteigerung auf individueller und kollektiver Ebene
Diese Faktoren sind essenziell, um sowohl in der Öffentlichkeit als auch in institutionellen Kontexten wie Bildungseinrichtungen und Unternehmen gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig zu fördern.
Blickt man auf die gegenwärtigen Entwicklungen, wird deutlich, dass nur eine engagierte Zivilgesellschaft, unterstützt von starken Verbandsstrukturen, die Herausforderungen der Gegenwart meistern kann. Klare Haltung und aktiv gelebte Demokratie sind untrennbar verbunden – gerade jetzt zählt, dass jeder Akteur seinen Beitrag leistet, um das gesellschaftliche Miteinander zu wahren und zu stärken.
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BDP Pressemitteilung zur Resolution Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt …
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