Achtstundentag stärken: Mehrheit der Beschäftigten fordert feste Arbeitszeitgrenzen im Arbeitszeitgesetz für mehr Beschäftigtenrechte

Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.
In einer aktuellen DGB-Befragung sprechen sich 72 Prozent der Beschäftigten für einen Achtstundentag aus, 98 Prozent lehnen zehn Stunden Arbeit pro Tag ab und 95 Prozent wollen spätestens um 18 Uhr Feierabend machen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb den Erhalt der bisherigen Höchstarbeitszeiten im Arbeitszeitgesetz und lehnt eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit strikt ab. Am 24. Juli startet der Sozialpartnerdialog zum Arbeitszeitgesetz, den die Gewerkschaften mit einer bundesweiten Kampagne begleiten werden.

Inhaltsverzeichnis

Über uns:
Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Marketing und Kommunikation tätig und unterstützen Verbände, Organisationen und Institutionen mit fundierter Praxis- und Branchenexpertise. Unsere Arbeit wird durchweg positiv bewertet – unter anderem auf Trustpilot, ProvenExpert und in Google Bewertungen.

Unterstütze unsere Arbeit mit deiner Bewertung.
Große Konzerne kaufen Reichweite, wir setzen auf echte Leser. Deine positive Bewertung signalisiert dem Algorithmus Relevanz, stärkt unsere Sichtbarkeit und hilft, unabhängige Inhalte sichtbar zu halten.

Scanne den QR-Code oder klicke auf den Link. Du wirst direkt zu Google weitergeleitet.

– 72 % der Beschäftigten wünschen täglichen Achtstundentag, 98 % weniger als zehn Stunden.
– 95 % der Befragten wollen spätestens um 18 Uhr Feierabend machen.
– DGB lehnt Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit kategorisch ab.

Beschäftigte setzen klare Grenzen für Arbeitszeiten und bekräftigen Achtstundentag

Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland spricht sich gegen eine Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit aus. Eine aktuelle Befragung im Rahmen des DGB-Index Gute Arbeit zeigt, dass 72 Prozent der Beschäftigten sich Arbeitstage mit maximal acht Stunden wünschen. Nahezu alle Befragten – nämlich 98 Prozent – wollen weniger als zehn Stunden pro Tag arbeiten. Auch eine spätere Beendigung des Arbeitstages ist für die meisten unvorstellbar; 95 Prozent bevorzugen Feierabend spätestens um 18 Uhr. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch unter Arbeitnehmer*innen mit Kindern: Nur 17 Prozent nutzen flexible Modelle, bei denen die Arbeitszeit aufgeteilt wird, und fast alle von ihnen (97 Prozent) möchten ihren Tag bis spätestens 19 Uhr beenden.

Diese Zahlen liefern ein deutliches Signal an Politik und Arbeitgeber, den regulären Achtstundentag und das bestehende Arbeitszeitgesetz zu erhalten. Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi betont: „**Eine Abschaffung des regulären Achtstundentages geht an der Realität der Beschäftigten völlig vorbei. Schon heute leisten die Menschen in Deutschland zahlreiche Überstunden – viele davon unbezahlt – und schon heute vereinbaren die Sozialpartner in tausenden Tarifverträgen flexible Arbeitszeiten. Das Arbeitszeitgesetz in seiner derzeitigen Form bietet dafür ausreichend Spielraum.**“

Fahimi warnt, dass die von der Bundesregierung angestrebte Änderung einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit die Gestaltung der Arbeitszeiten einseitig zugunsten der Arbeitgeber verlagert und die Beschäftigten ohne Tarifvertrag schutzlos lassen würde. „*Mit Symbolpolitik soll von den strukturellen Ursachen der Wirtschaftsflaute abgelenkt und die Schuld den Arbeitnehmerinnen in die Schuhe geschoben werden. Das ist unanständig. Eine Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit löst keines der Probleme der deutschen Wirtschaft.**“ Demnach lehnt der DGB mit seinen Mitgliedsgewerkschaften die Abschaffung des Achtstundentages kategorisch ab.

Stattdessen fordert der DGB, Überstunden abzubauen, die Belastungen der Beschäftigten zu reduzieren und ausreichend Zeit für Familienarbeit, gesellschaftliches Engagement, Erholung und Privatleben zu sichern. Darüber hinaus hebt Fahimi hervor, dass größere Arbeitszeitsouveränität besonders Frauen helfen kann, ihre Erwerbstätigkeit zu erhöhen und dadurch ihre finanzielle Unabhängigkeit zu stärken, was auch zur Senkung der hohen Teilzeitquote beitragen würde.

Am 24. Juli startet der Sozialpartnerdialog zum Arbeitszeitgesetz, bei dem die Gewerkschaften die von der Bundesregierung geplante Änderung ablehnen und den Dialog mit einer bundesweiten Kampagne begleiten werden. Basis dieser aktuellen Erkenntnisse sind Antworten von 4.018 Arbeitnehmer*innen, die zwischen Januar und Mai 2025 am DGB-Index Gute Arbeit teilnahmen. Weiterführende Informationen und die vollständige Studie „Grenzen des Arbeitstages“ stehen online zum Download bereit: DGB-Index Gute Arbeit „Grenzen des Arbeitstages“ .

Arbeitszeitregelungen im Wandel: Chancen, Risiken und gesellschaftliche Bedeutung

Die Diskussion um den Achtstundentag und die Gestaltung der Arbeitszeit bleibt ein zentrales Thema in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Trotz zahlreicher Veränderungen in Arbeitsprozessen, zunehmender Digitalisierung und dem Trend zu flexibleren Arbeitsformen zeigt sich eine klare Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland, die an der Arbeitszeit von maximal acht Stunden pro Tag festhalten will. Eine aktuelle Befragung im Rahmen des DGB-Index Gute Arbeit verdeutlicht, dass 72 Prozent der Beschäftigten sich Arbeitstage mit höchstens acht Stunden wünschen und fast alle (98 Prozent) eine tägliche Arbeitszeit von mehr als zehn Stunden ablehnen. Für viele ist es dabei wichtig, spätestens um 18 Uhr Feierabend zu machen, um Zeit für Familie, Erholung und gesellschaftliches Engagement zu haben.

Diese klare Präferenz unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Achtstundentags als eine Schutzgrenze, die Arbeitsschutz, Gesundheit und Lebensqualität verbindet. Trotz Flexibilisierungsangeboten, wie der Aufteilung des Arbeitstages, sehen die meisten Beschäftigten diese Formen als unattraktiv und unrealistisch an. Die Forderung nach klaren Grenzen für die tägliche Arbeitszeit steht daher auch im Kontrast zu aktuellen politischen Überlegungen, die Höchstarbeitszeiten stärker zugunsten von Arbeitgeberinteressen zu flexibilisieren.

Was bedeutet eine Flexibilisierung der Arbeitszeit für Beschäftigte und Unternehmen?

Flexiblere Arbeitszeiten können sich auf unterschiedliche Weise auswirken: Auf der einen Seite bieten sie Chancen, etwa durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder die Möglichkeit, Arbeit individuell anzupassen. Auf der anderen Seite wächst das Risiko von Überlastung und sozialer Unsicherheit, wenn gesetzliche Schutzvorschriften gelockert und klare Grenzen aufgeweicht werden.

Für Unternehmen kann Flexibilität die Planung erleichtern und auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung bestehen, eine gesunde Arbeitskultur zu bewahren und Überstunden sowie Stress zu vermeiden. Die Forderungen der Beschäftigten zeigen, dass Arbeitszeitpolitik nicht nur wirtschaftliche Effizienz umfassen muss, sondern auch soziale Grundsätze wie Arbeitsschutz und die balance zwischen Arbeitszeit und Erholung berücksichtigen sollte.

Neue Herausforderungen für Politik und Gesellschaft

Derzeit stehen Gesetzgeber und Sozialpartner vor der komplexen Aufgabe, die Arbeitszeitregelungen an veränderte Arbeitsrealitäten anzupassen, ohne bewährte Schutzstandards zu schwächen. Die gesellschaftlichen Erwartungen spiegeln sich vor allem in der Forderung wider, den Achtstundentag nicht abzuschaffen, da er der Lebenswirklichkeit vieler Beschäftigter entspricht. Gerade für diejenigen mit Familienverantwortung ist ein klarer und planbarer Feierabend essenziell.

Neben dem Schutz vor Überlastung stehen weitere Herausforderungen im Raum:

  • Armutsrisiken durch unbezahlte Überstunden oder prekäre Arbeitszeiten verhindern
  • Work-Life-Balance stärken, damit Beschäftigte Zeit für Erholung, Familie und gesellschaftliches Engagement haben
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere für Frauen verbessern, um ihre Erwerbstätigkeit zu fördern
  • Fachkräftemangel adressieren durch attraktive Arbeitszeitmodelle ohne Erhöhung der Belastung
  • Arbeitszeitsouveränität sinnvoll gestalten, ohne den Arbeitsschutz zu gefährden

Die Debatte ist eng verbunden mit dem Wandel in der Arbeitskultur und den Anforderungen moderner Arbeitsformen wie New Work. Die Verantwortung, hier ausgewogene Regelungen zu finden, liegt bei Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften gemeinsam.

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi bezeichnet die geplante Abschaffung des Achtstundentages als eine einseitige Verschiebung zugunsten der Arbeitgeber und betont: „Wer Beschäftigung sichern und dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen will, muss Überstunden abbauen, Belastungen reduzieren und ausreichend Zeit für Familienarbeit, gesellschaftliches Engagement, Erholung und Privates ermöglichen.“

Der bevorstehende Sozialpartnerdialog zum Arbeitszeitgesetz wird zeigen, wie diese unterschiedlichen Interessen berücksichtigt werden können – mit Blick auf eine Arbeitswelt, die einerseits flexibel ist, andererseits aber soziale und gesundheitliche Schutzmechanismen wahrt. Die Diskussion wird damit auch ein Spiegel gesellschaftlicher Werte und wirtschaftlicher Realitäten bleiben.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bundesvorstand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge

Dieser Beitrag gehört zu den folgenden Kategorien: