Deutscher Apothekertag 2025: Alarm wegen Apothekenschließungen – Reformen für stabile Gesundheitsversorgung gefordert

Beim Deutschen Apothekertag am 16. September 2025 in Düsseldorf warnte die ABDA, dass die Zahl der Apotheken mit unter 16.900 einen Tiefstand erreicht hat und Patient:innen zunehmend unter Schließungen leiden. Sie forderte die zügige Umsetzung des Koalitionsvertrags, der das Apothekenpackungsfixum von 8,35 Euro auf 9,50 Euro (bzw. bis zu 11 Euro in unterversorgten Regionen) anhebt, um den in den letzten zehn Jahren um über 60 Prozent gestiegenen Kosten (Personal sogar +80 %) entgegenzuwirken. Gesundheitsministerin Müller versprach, den Vertrag vollständig umzusetzen, konnte die Erhöhung in diesem Jahr jedoch nicht garantieren und kündigte eine Wiedervorlage fürs nächste Jahr an. Zudem stellte sie Eckpunkte für ein geplantes Apothekengesetz vor, darunter Handelsrabatte, flexiblere Öffnungszeiten und eine höhere Notdienstpauschale.
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– Apothekenzahl unter 16.900 gesunken, Patientensicherung und Daseinsvorsorge bedroht.
– Forderung nach Packungsfixum-Erhöhung auf 9,50 bis 11 Euro im Koalitionsvertrag.
– Gesundheitsministerium verspricht Apothekengesetz-Reformen, verschiebt Fixumerhöhung auf nächstes Jahr.

Apothekernetz schrumpft: Warnungen und Reformversprechen zum Deutschen Apothekertag 2025

Der Deutsche Apothekertag am 16. September 2025 in Düsseldorf startet mit deutlichen Stimmen und einer klaren Warnung: Die Zahl der Apotheken sinkt kontinuierlich und hat nun unter 16.900 erreicht. ABDA-Präsident Thomas Preis macht deutlich, dass dies vor allem für Patientinnen und Patienten gravierende Folgen hat. „Das Apothekennetz wird immer dünner. […] Das darf so nicht weitergehen! Apotheken gehören klar und eindeutig zur Daseinsvorsorge“. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Notwendigkeit krisenfester Versorgung fordert Preis eine verstärkte Stärkung dieser wichtigen Infrastruktur.

Diese wirtschaftlichen Herausforderungen werden durch stark gestiegene Kosten verschärft: „Allein in den vergangenen zehn Jahren sind die Kosten für die Apotheken um über 60 Prozent gestiegen, die Personalkosten sogar um 80 Prozent.“ Vor diesem Hintergrund erinnert Preis an ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags: „Die Aussagen im Koalitionsvertrag sind klar und deutlich formuliert. Dort steht: ‚Wir erhöhen das Apothekenpackungsfixum einmalig auf 9,50 Euro. In Abhängigkeit vom Versorgungsgrad kann es insbesondere für ländliche Apotheken in einem Korridor bis zu 11 Euro betragen.‘ Die Apothekerschaft ist zuversichtlich, dass das auch so umgesetzt wird.“

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bekräftigt das politische Bekenntnis zu den Reformen, macht aber auch auf die komplexe finanzielle Lage der Krankenkassen aufmerksam. „Mein Ziel ist es, die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag vollständig umzusetzen. Aber Politik handelt nicht im Reinraum.“ Konkrete Zusagen für dieses Jahr gibt es noch nicht: „In diesem Jahr kann ich Ihnen die Anhebung des Fixums nicht versprechen, aber wir werden es für das nächste Jahr auf Wiedervorlage legen.“

Neben der Anpassung des Apothekenhonorars nennt die Ministerin weitere Maßnahmen, die im geplanten Apothekengesetz umgesetzt werden sollen: Die Wiedereinführung handelsüblicher Skonti, Verhandlungslösungen beim Apothekenhonorar, die Erhöhung der Notdienstpauschale und der Ausschluss von Nullretaxationen wegen Formfehlern stehen ebenso auf der Agenda wie eine flexiblere Gestaltung der Öffnungszeiten und erweiterte Austauschoptionen bei Lieferengpässen. Diese Schritte sollen helfen, den wirtschaftlichen Druck zu mindern und die Arzneimittelversorgung auch in ländlichen Regionen zu sichern.

Der Auftakt des Deutschen Apothekertags bringt damit eine klare Botschaft ans Publikum und die Politik: Der Erhalt und die nachhaltige Förderung der Apotheken sind essenziell für eine verlässliche Gesundheitsversorgung. Die Herausforderungen, die durch steigende Kosten und zurückgehende Apothekenzahlen entstehen, stehen im Fokus – und die anstehenden Reformen bieten Wege zu einer stabileren Zukunft für Apotheken und Patient:innen gleichermaßen.

Bedrohte Apothekenlandschaft: Hintergründe und Folgen der aktuellen Krise

Apotheken prägen seit Jahrzehnten das Gesicht der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Doch ihr jahrzehntelanger Wandel steht nun an einem kritischen Punkt. Die Zahl der Apotheken sinkt kontinuierlich und hat mit weniger als 16.900 einen historischen Tiefstand erreicht. Diese Entwicklung wirft nicht nur fachliche Fragen hinsichtlich der Arzneimittelversorgung auf, sondern berührt auch gesellschaftliche Grundwerte. Denn Apotheken sind mehr als reine Verkaufsstellen für Medikamente: Sie gehören zur Daseinsvorsorge und sind unverzichtbar für eine flächendeckende und verlässliche Gesundheitsversorgung – insbesondere vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und einer zunehmend komplexeren Versorgungslage.

Die Ursachen für den wirtschaftlichen Druck auf Apotheken sind vielfältig. Steigende Betriebskosten, insbesondere ein enormer Anstieg der Personalkosten um 80 Prozent in nur zehn Jahren, belasten viele Inhaber existenziell. Gleichzeitig stagniert oder sinkt die Vergütung, die Apotheken für ihre Dienstleistungen erhalten. Die Folge sind vielerorts sinkende Erträge bei wachsendem Aufwand und zunehmendem Wettbewerb durch Versandapotheken. Divergierende politische Rahmenbedingungen und regulatorische Unsicherheiten, wie etwa der Umgang mit Retaxationen oder die Flexibilisierung von Öffnungszeiten, verschärfen die Lage zusätzlich.

Warum geraten Apotheken unter Druck?

Die Geschäftsmodelle der Apotheken sind stark an ein System gebunden, das sich in den letzten Jahren rasant verändert hat. Immobilienpreise, Fachkräfte- und Energiekrisen haben die laufenden Kosten ansteigen lassen. Parallel dazu besteht ein dauerhafter Reformdruck auf die Honorierung der Apothekenleistungen, ergänzt durch komplexe Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat beim Deutschen Apothekertag daran erinnert, dass „Politik nicht im Reinraum“ handle, was auf die finanzielle Lage der Krankenkassen verweist. Zwar steht im Koalitionsvertrag eine Anhebung des Apothekenpackungsfixums, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig und verzögert sich. Dennoch soll das Honorarsystem reformiert und unter anderem die Notdienstpauschale erhöht werden. Die ständige Anpassung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lässt den Apotheken kaum Ruhe für eine nachhaltige Planung.

Wie wirkt sich die Apothekenkrise auf den Alltag der Menschen aus?

Das Verschwinden von Apotheken hat direkte Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Vor allem in ländlichen Regionen entsteht durch Schließungen ein echtes Problem, weil Zugang zu Arzneien und pharmazeutischer Beratung dann nicht mehr kurzfristig gewährleistet ist. Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke sind auf den schnellen und umfassenden Service vor Ort angewiesen. Die Schließung vieler Apotheken droht somit nicht nur eine logistische Lücke zu reißen, sondern verschlechtert auch die individuelle Gesundheitsversorgung.

Gesellschaftliche Folgen im Überblick:

  • Reduzierte Erreichbarkeit von pharmazeutischer Versorgung, besonders auf dem Land
  • Weniger persönliche Beratung vor Ort, was die Qualität der Gesundheitsversorgung mindert
  • Erhöhte Gefahr von Versorgungslücken bei Notfällen und Lieferengpässen
  • Verlust von Arbeitsplätzen in kommunalen Zentren und kleineren Gemeinden
  • Einschränkung der Daseinsvorsorge, was das Vertrauen in das regionale Gesundheitssystem schwächt

Diese Veränderungen sind eine Herausforderung für Patienten, Kommunen und das Gesundheitssystem insgesamt. Die Zukunft der Apothekenlandschaft hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen und der Bereitschaft zu Reformen ab, die einen Ausgleich zwischen Wirtschaftlichkeit und regionaler Versorgungssicherheit schaffen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Apotheken weiterhin ihre zentrale Rolle als Bindeglied zwischen Ärzten, Pflege und Bevölkerung erfüllen und ihre Bedeutung nicht schwindet.

Die hier bereitgestellten Informationen und Zitate stammen aus der Pressemitteilung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.

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12 Kommentare

  1. Die Reformen sind ein Schritt in die richtige Richtung aber reichen sie aus? Ich hoffe echt auf positive Veränderungen für unsere Apotheken.

  2. Ich finde es traurig, dass viele kleine Apotheken schließen müssen. Was passiert dann mit der Versorgung in ländlichen Gegenden? Das sollte uns wirklich alle beschäftigen!

    1. Absolut richtig! Wir müssen darüber nachdenken, wie wir solche Einrichtungen erhalten können und was für Ideen haben wir dafür?

    2. Ja Wolfgang! Vor allem ältere Menschen sind betroffen und brauchen dringend Unterstützung bei der Arzneimittelversorgung.

  3. Die Situation der Apotheken ist echt kritisch geworden! Ich hoffe, dass das Gesundheitsministerium schnell handelt und die notwendigen Reformen umsetzt, bevor es zu spät ist.

    1. …und nicht nur reden, sondern auch wirklich etwas tun! Wir brauchen eine solide Strategie für die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung.

    2. Das stimmt Erich! Eine gute Unterstützung für Apotheker könnte auch helfen, den Wettbewerb mit Online-Anbietern zu verbessern.

  4. Der Anstieg der Kosten ist wirklich besorgniserregend. Wie können die Apotheker in Zukunft noch bestehen? Gibt es Vorschläge für Lösungen? Wir brauchen wirklich einen guten Plan.

    1. Das sehe ich auch so, Aarndt. Vielleicht sollten wir uns anschauen, wie andere Länder das Problem angehen. Es gibt sicher viele nützliche Ideen!

  5. Ich finde es echt bedenklich, dass die Apothekenzahl so stark gesunken ist. Was meint ihr, wie kann man die Apotheken in ländlichen Gebieten besser unterstützen? Es ist wichtig für die Patientenversorgung.

    1. Ja, Dorit! Ich stimme dir zu. Vielleicht sollten wir mehr über die Förderung von lokalen Apotheken reden. Es gibt ja auch viele Menschen, die auf diese Services angewiesen sind.

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