Digitalisierung in Apotheken: Wie die elektronische Patientenakte (ePA) die Medikationsberatung ab 2025 verbessert

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Auf dem Fortbildungskongress „pharmacon“ in Heidelberg machte Prof. Dr. Hanna Seidling deutlich, dass die elektronische Patientenakte (ePA) ab Januar 2025 automatisch mit E-Rezept-Daten befüllt wird und so die aktuell rund 32 Minuten dauernde manuelle Erfassung aller Medikamente deutlich verkürzen kann. Durch den Einsatz von Algorithmen und KI lassen sich Warnmeldungen zur Wechselwirkungsvorsorge vorsortieren, während die fachliche Bewertung im direkten Austausch von Apotheker:innen mit Patient:innen und Ärzt:innen unverzichtbar bleibt.

Inhaltsverzeichnis

– Apotheken benötigen zusätzliche digitale Tools für effiziente und präzise Medikationsberatung.
– Ab Januar 2025 füllt ePA automatisch E-Rezept-Daten, beschleunigt Medikationsplanerstellung statt 32 Minuten.
– KI-Algorithmen sollen Warnmeldungsflut filtern, menschliche Bewertung durch Apotheker bleibt unerlässlich.

Digitalisierung und Medikationsberatung: Chancen und Herausforderungen für Apotheken

Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Arbeitsweise in Apotheken spürbar. Schon heute sind viele Apotheken in zahlreichen Bereichen, etwa der Warenwirtschaft, modern digital ausgestattet. In der sensiblen Medikationsberatung, einem Kernbereich ihrer Tätigkeit, braucht es jedoch noch mehr digitale Unterstützung, um die Arbeit der Apothekerinnen und Apotheker zu erleichtern. Professorin Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg zeigte auf dem Fortbildungskongress pharmacon, wie die Digitalisierung hier konkret helfen kann.

Ein wesentlicher Bestandteil der Medikationsberatung ist die präzise Erfassung aller Medikamente eines Patienten. Dies erfordert hohe Genauigkeit und Zeitaufwand. Eine große Erleichterung könnte künftig die elektronische Patientenakte (ePA) bringen, die ab Januar 2025 automatisch mit Daten aus verordneten und abgegebenen E-Rezepten gefüllt wird, sofern Patientinnen und Patienten nicht widersprechen.* Dadurch entsteht digital ein aktueller Medikationsplan, der sowohl Ärzten als auch Apothekern viel Zeit sparen kann. „Durchschnittlich dauert es 32 Minuten, bis in der Anamnese alle Medikamente erfasst worden sind. Die ePA könnte diesen Prozess entscheidend verkürzen“.

Doch die Erfassung allein ist erst der Anfang. Im Zentrum jeder Medikationsberatung steht die Analyse der gesamten Medikation, um Risiken wie Wechselwirkungen oder Anwendungsfehler zu identifizieren. Obwohl bereits elektronische Systeme zur Warnung genutzt werden, führt die Vielzahl an Meldungen zu neuen Herausforderungen. Seidling plädiert deshalb für den Einsatz von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz (KI), um die Flut an Warnmeldungen zu filtern und die Beratung zu verbessern. Trotz dieser technischen Hilfen bleibt die menschliche Expertise entscheidend: „Ob ein potentielles Problem relevant ist, können weiterhin nur Apothekerinnen und Apotheker im Austausch mit Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten bewerten“.

Neben den Vorteilen birgt die digitale Welt aber auch Risiken für Patientinnen und Patienten. Besonders die Nutzung neuer Informationsquellen kann überfordern. Professorin Seidling warnt, dass oft unklar sei, welche Quellen KI-gestützte Systeme nutzen – eine Gefahr gerade bei gesundheitsbezogenen Informationen.* Apothekerinnen und Apotheker können hier eine wichtige Rolle übernehmen, indem sie aufklären und Wissensdefizite abbauen. Häufig greifen Patienten auf nicht qualitätsgesicherte Seiten wie Wikipedia zurück – eine Situation, die dringend verbessert werden muss.

Der digitale Wandel eröffnet Apotheken somit viele Möglichkeiten, setzt aber auch voraus, dass Fachkräfte und Öffentlichkeit kontinuierlich geschult und informiert werden. Nur so kann die komplexe Herausforderung gemeistert werden, digitale Werkzeuge effektiv einzusetzen und zugleich eine kompetente, auf den Menschen fokussierte Medikationsberatung sicherzustellen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Chancen und offene Fragen

Die Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen grundlegend – und die Medikationsberatung in Apotheken steht dabei im Mittelpunkt. Immer mehr digitale Tools prägen den Alltag von Patienten und Fachkräften gleichermaßen und eröffnen neue Möglichkeiten der Beratung und Versorgung. Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) etwa ist ein Meilenstein, der es ermöglicht, Gesundheitsdaten sicher und jederzeit verfügbar zu machen. Dadurch gewinnt die Beratung an Präzision und Individualität, was beiden Seiten – Patient:innen und Apotheken – zugutekommt.

Welche konkreten Vorteile bringt die digitale Medikationsberatung für die Gesellschaft mit sich? Für Patient:innen bedeutet sie vor allem eine bessere Übersicht über ihre Medikation und eine höhere Sicherheit. Digitale Unterstützung kann helfen, Wechselwirkungen zwischen Medikamenten frühzeitig zu erkennen und das Risiko von Fehlern zu minimieren. Das steigert nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern auch das Vertrauen der Patient:innen in das Gesundheitssystem. Für Apotheken ergeben sich neue Chancen, ihre Beratungskompetenz zu erweitern und effizienter zu arbeiten – was wiederum den Zugang zu wichtigen Gesundheitsdienstleistungen erleichtert.

Im gleichen Zug stellt sich die Frage: Was bedeutet das für die Sicherheit von Patient:innen? Die korrekte Handhabung und der Schutz sensibler Gesundheitsdaten sind ein zentraler Aspekt. Moderne IT-Systeme müssen höchste Sicherheitsstandards erfüllen, damit Patientendaten nur für autorisierte Personen zugänglich sind und Missbrauch ausgeschlossen wird. Nur so bleibt die Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Gewinn für alle Beteiligten.

Warum digitale Medikationsberatung ein Gewinn für Patienten ist

Digitale Technologien ermöglichen es, Medikationspläne jederzeit aktuell zu halten und bei Bedarf schnell anzupassen. So wird vermieden, dass sich vermeidbare Fehler einschleichen oder wichtige Informationen nicht berücksichtigt werden. Für Patient:innen bedeutet das:

  • Mehr Sicherheit durch verbesserte Fehlererkennung
  • Bessere Koordination zwischen verschiedenen Gesundheitsdienstleistern
  • Einfacherer Zugang zu therapiebegleitender Beratung

Diese Aspekte erleichtern es Patient:innen, selbstbestimmt mit ihrer Medikation umzugehen und Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Welche Kompetenzen künftig gefragt sind

Mit digitalen Tools wachsen auch die Anforderungen an die Fachkräfte. Apotheker:innen benötigen nicht nur fundiertes pharmazeutisches Wissen, sondern müssen zunehmend IT-Kompetenzen entwickeln und digital orientierte Beratungsfähigkeiten ausbauen. Zudem wachsen gesellschaftliche Erwartungen an den Datenschutz und die Qualität der digitalen Angebote. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Ausbildung und Weiterbildung im Gesundheitswesen? Wie können Fachkräfte bestmöglich auf diese veränderten Aufgaben vorbereitet werden? Diese Fragen sind entscheidend, um die Chancen der Digitalisierung nachhaltig zu nutzen.

Ein Blick nach vorn zeigt, dass weitere Innovationen in der Gesundheitsversorgung bevorstehen. Die Verbindung von digitalen Technologien mit medizinischer Fachkompetenz wird neue Beratungsformate entstehen lassen und die patientenzentrierte Versorgung weiter verbessern. Dabei bleibt zentral, dass Technik und Mensch Hand in Hand wirken, um die Gesundheitsversorgung der Zukunft sicher und effizient zu gestalten.

Originalquelle: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell.


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Apotheken wollen digitale Unterstützung bei der Medikationsberatung

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