– Volle Steuerrückerstattung für Agrardiesel ab dem Verbrauchsjahr 2026
– Jährliche Entlastung von bis zu 90 Millionen Euro für bayerische Landwirtschaft
– Rückvergütung gilt auch für klimaschonenden Kraftstoff HVO
Agrardiesel: Bundestag beschließt volle Rückvergütung ab 2026
Der Bundestag hat heute den Weg für die vollständige Rückerstattung der Agrardieselsteuer freigemacht. Ab dem Verbrauchsjahr 2026 erhalten Landwirte wieder die volle Steuerentlastung – eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Regelungen.*
„Mit unseren Bauernprotesten haben wir unseren Unmut geäußert und hatten von der Union zugesichert bekommen, dass sie diese Entlastungsmaßnahme wieder fortsetzen werden. Die neue Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat jetzt Wort gehalten und geliefert. Mit dem heutigen Beschluss des Bundestages erhalten unsere Landwirte für die Verbrauchsmenge 2026 wieder die volle Rückvergütung. Das macht alleine für die bayerische Landwirtschaft eine jährliche Entlastung von bis zu 90 Millionen Euro im Jahr aus. Das ist ein Beitrag zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das ist ein gemeinsamer Erfolg unserer Bauernverbandsfamilie in Bund und Ländern“, erklärt Ralf Huber, Präsident für Steuerfragen im Bayerischen Bauernverband.
„Ein weiterer Erfolg für den Bauernverband ist es, dass Landwirte auch für HVO als besonders klimaschonenden Kraftstoff die Rückerstattung ebenso erhalten. Bei den Bauernprotesten hatten wir bereits eine steuerliche Besserstellung von alternativen Kraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft gefordert. Hier bleiben wir weiter dran.“
Die konkreten Zahlen zeigen den Umfang der Entlastung: Nach der aktuellen Gesetzeslage wird für den Verbrauch im Jahr 2025 eine Entlastung von 6,44 Cent pro Liter gezahlt (Stand: 06.11.2025). Ab dem Verbrauchsjahr 2026 steigt dieser Betrag auf 21,48 Cent pro Liter (Stand: 06.11.2025). Für die bayerische Landwirtschaft allein summiert sich dies zu einer jährlichen Entlastung von bis zu 90 Millionen Euro (Stand: 06.11.2025)*.
Die Pressemitteilung wurde am 06. November 2025 in München veröffentlicht.
Hintergrund: Haushaltseffekt und Streit um HVO
Die Wiederherstellung der vollen Agrardieselrückerstattung ab 2026 entfaltet erhebliche haushaltspolitische Wirkungen – und birgt zugleich einen bemerkenswerten Widerspruch in der Behandlung alternativer Kraftstoffe.
Bundesweite Haushaltswirkung
Während der Bayerische Bauernverband die Entlastung für bayerische Betriebe auf bis zu 90 Millionen Euro im Jahr beziffert*, zeigt sich die bundesweite Dimension noch deutlicher. Nach Regierungsangaben liegt die Gesamtentlastung der Land- und Forstwirtschaft infolge der Agrardieselrückerstattung ab 2026 bei rund 430 Millionen Euro jährlich* (Stand: September 2025). Diese Zahl wird durch einen unabhängigen Bericht vom Maschinenring bestätigt, der ebenfalls von Mindereinnahmen in Höhe von rund 430 Millionen Euro jährlich ab 2026 ausgeht* (Stand: Oktober 2025).
Die Entwicklung der Entlastungssätze verdeutlicht die politische Wende:
| Jahr | Entlastung (Cent/Liter) | Haushaltswirkung (EUR/Jahr) | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2025 | 6,44 Cent | – | Pressemitteilung BBV (06.11.2025) |
| 2026 | 21,48 Cent | 430 Mio. EUR | Regierungsangaben (September 2025) |
| 2026 | 21,48 Cent | 430 Mio. EUR | Maschinenring (Oktober 2025) |
Konflikt: PM vs. Haushaltsgesetzgebung zu HVO
Ein deutlicher Widerspruch zeigt sich bei der Frage, ob die Rückerstattung auch für hydriertes Pflanzenöl (HVO) gilt. Die Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands vom 6. November 2025 behauptet: „Landwirte auch für HVO als besonders klimaschonenden Kraftstoff die Rückerstattung ebenso erhalten.“*
Dagegen steht die aktuelle Haushaltsgesetzgebung, die laut einer Analyse der SLB Dresden explizit festlegt: „Die Agrardieselrückvergütung wird auch ab 2026 ausschließlich auf mineralischen Dieselkraftstoff gewährt; eine Ausweitung auf alternative Kraftstoffe wie HVO ist laut Haushaltsgesetzgebung nicht enthalten“ (Stand: 10.09.2025).
Diese Diskrepanz könnte sich aus dem zeitlichen Abstand zwischen Gesetzesbeschluss und politischen Zusagen erklären. Während die Haushaltsgesetzgebung im September 2025 verabschiedet wurde und HVO ausschließt, könnte die Bauernverbands-PM vom November 2025 auf spätere politische Zusagen oder geplante Gesetzesänderungen verweisen. Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen bestehender Rechtslage und angekündigten politischen Absichten in der Agrardebatte.
Wer profitiert von der Agrardiesel-Rückvergütung?
Die Rückkehr zur vollen Steuerentlastung bei Agrardiesel entfaltet Wirkungen – sowohl regional in Bayern als auch bundesweit. Die finanziellen Entlastungen erreichen verschiedene Akteure der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.
Regionale Entlastung in Bayern
Allein für Bayerns Landwirtschaft summiert sich die jährliche Entlastung auf bis zu 90 Millionen Euro (Stand: 06.11.2025, Pressemitteilung Bayerischer Bauernverband)*. Diese direkte finanzielle Wirkung stabilisiert die Betriebe in einem Bundesland mit starker agrarischer Prägung.
Bundesweite Dimension
Über Bayern hinaus entlastet die Maßnahme die gesamte deutsche Landwirtschaft. Bundesweit beläuft sich die Summe auf rund 430 Millionen Euro pro Jahr (Stand: Oktober 2025, Quelle: Maschinenring). Eine weitere Quelle bestätigt ebenfalls rund 430 Millionen Euro pro Jahr (Stand: September 2025, Quelle: Geflügelnews).
Die Rückvergütung wirkt sich unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Durch die Senkung der Treibstoffkosten erhalten landwirtschaftliche Betriebe mehr finanziellen Spielraum. Das verbessert ihre Position im Wettbewerb mit Erzeugern aus Ländern, die ähnliche Steuerentlastungen gewähren.
Von der Regelung profitieren insbesondere diese Gruppen:
- Land- und Forstwirtschaft
- Regional tätige Zulieferer und Lohnunternehmer
- Energieintensive Landwirtschaftsdienstleister
Die Rückvergütung wirkt damit über den Einzelbetrieb hinaus und stützt gesamte regionale Wirtschaftskreisläufe, die von einer leistungsfähigen Landwirtschaft abhängen.
Agrardiesel: Offene Fragen trotz politischer Einigung
Die beschlossene Wiedereinführung der vollen Agrardiesel-Rückvergütung ab dem Verbrauchsjahr 2026 markiert einen politischen Erfolg für die Landwirtschaft. Doch während die grundsätzliche Entscheidung feststeht, bleiben mehrere zentrale Punkte ungeklärt, die sowohl die administrative Umsetzung als auch die langfristige strategische Ausrichtung betreffen.
Umsetzung & Verwaltung
Ab Januar 2026 steht die Landwirtschaft vor der praktischen Herausforderung, die Rückvergütungsregelung umzusetzen. Die Finanzverwaltungen der Länder müssen entsprechende Verfahren entwickeln und kommunizieren. Beobachter sollten daher die Veröffentlichung der konkreten Gesetzestexte sowie die Ausführungsbestimmungen der Finanzämter genau verfolgen.
Politische Debatte um alternative Kraftstoffe
Ein besonderer Dissens zeigt sich bei der Behandlung von hydriertem Pflanzenöl (HVO). Während der Bayerische Bauernverband in seiner Pressemitteilung vom 06.11.2025 verkündet: „dass Landwirte auch für HVO als besonders klimaschonenden Kraftstoff die Rückerstattung ebenso erhalten“, besteht derzeit keine einheitliche Rechtslage. Diese widersprüchlichen Positionen erfordern weitere politische Klärungen und möglicherweise präzisierende Haushaltsregelungen, bevor Landwirte Planungssicherheit für Investitionen in alternative Antriebstechnologien erhalten.
Die Wiederherstellung der vollen Rückvergütung gibt den Betrieben zwar kurzfristig finanzielle Sicherheit zurück. Gleichzeitig verdeutlichen die offenen Fragen zu HVO und zur praktischen Umsetzung, dass die politische Debatte um die Zukunft der Landwirtschaftsunterstützung weitergeht – und aufmerksam beobachtet werden sollte.
Alle Informationen und Zitate in diesem Beitrag stammen aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands.
Weiterführende Quellen:
- „Nach einer temporären Reduzierung der Steuervergünstigung auf Agrardiesel auf 6,44 Cent pro Liter im Jahr 2025 wird die Entlastung ab 2026 wieder auf 21,48 Cent pro Liter angehoben. Das entspricht bundesweit Mindereinnahmen von rund 430 Millionen Euro jährlich ab 2026 (Stand: Oktober 2025).“ – Quelle: https://www.maschinenring.de/blog/erstattung-von-agrardiesel
- „Nach Regierungsangaben liegt die Gesamtentlastung der Land- und Forstwirtschaft infolge der Agrardieselrückerstattung ab 2026 wieder bei rund 430 Millionen Euro pro Jahr (Stand: September 2025).“ – Quelle: https://www.gefluegelnews.de/article/agrardieselruckvergutung-kehrt-zurueck-bundesregierung-entlastet-landwirtschaft-ab-2026
- „Der volle Steuersatz für Dieselkraftstoff beträgt aktuell 47,04 Cent/Liter. Die Entlastungshöhen für Agrardiesel entwickelten sich wie folgt: Bis Februar 2024 – 21,48 Cent; März–Dezember 2024 – 12,888 Cent; 2025 – 6,444 Cent; ab 2026 – 21,48 Cent.“ – Quelle: https://www.lbv-bw.de/aktuelles/detail/agrardieselrueckverguetung-kommt-zurueck
- „Die Agrardieselrückvergütung wird auch ab 2026 ausschließlich auf mineralischen Dieselkraftstoff gewährt; eine Ausweitung auf alternative Kraftstoffe wie HVO ist laut Haushaltsgesetzgebung nicht enthalten (Stand: 10.09.2025).“ – Quelle: https://www.slb-dresden.de/news/wiedereinfuehrung-der-agrardiesel-entlastung-ab-2026-beschlossen
8 Antworten
… ich bin mir nicht sicher, ob diese Rückvergütung wirklich langfristig helfen wird. Was meint ihr? Bleibt das alles stabil oder gibt es bald Änderungen?
… vielleicht sollten wir mal über andere Lösungen nachdenken statt nur über Rückvergütungen.
Ich finde es auch gut, dass Landwirte entlastet werden. Aber was passiert mit den Betrieben, die auf alternative Kraftstoffe setzen? Gibt es da Unterstützung?
Das ist eine berechtigte Frage! Ich hoffe, die Politik sieht das auch so und passt die Gesetze an.
Also ich denke, die Rückerstattung von Agrardiesel ist eine gute Entscheidung, aber ich bin skeptisch wegen der HVO-Regelung. Was denkt ihr? Wird sich da noch etwas tun?
Ich finde es echt super, dass die Agrardieselrückvergütung ab 2026 wieder voll zurückkommt. Das hilft den Landwirten enorm! Aber was ist mit den Alternativen wie HVO? Wird das auch gefördert?
Ja, das ist echt wichtig! Ich frage mich, ob die Regierung da wirklich hinter steht oder ob das nur Wahlkampf ist. Wer weiß mehr darüber?
Die Zahlen sind ja beeindruckend! 90 Millionen Euro nur für Bayern klingt nach viel Geld. Aber wie wird das konkret umgesetzt?