– Dr. Hans Fabian Kruse fordert von Politik in Berlin und Brüssel mehr Pragmatismus statt Ideologie, um Freihandelsabkommen zügig abzuschließen und die Wettbewerbsposition gegenüber China nicht weiter zu schwächen.
– Prof. Dr. Moritz Schularick konstatiert das Auslaufen zentraler „Brückentechnologien“ (russisches Gas, chinesisches Wachstum, US-Sicherheit) und plädiert für Investitionsanreize, um Deutschland als grüne Industrienation mit starker Bildung und Forschung neu auszurichten.
– Der AGA Unternehmensverband vertritt 3.500 Mitgliedsunternehmen in Norddeutschland mit rund 150.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 288 Mrd. €, wobei Groß- und Außenhandel eine Schlüsselbranche darstellt.
Navigieren durch turbulente Zeiten: Die AGA-Jahrestagung 2024 in Hamburg
Die AGA-Jahrestagung 2024 stand gestern unter dem Motto „Navigieren durch turbulente Zeiten“ im Fokus der Bucerius Law School in Hamburg. Dr. Hans Fabian Kruse, Präsident der AGA, machte dabei unmissverständlich deutlich: „Uns rennt die Zeit weg. Jedes Jahr ohne Abkommen schwächt unsere Wettbewerbsposition und wir verlieren den Anschluss gegenüber globalen Konkurrenten wie China. Es ist immer besser, ein Freihandelsabkommen zu haben, als am Ende ohne Ergebnissen dazustehen.“ Dieses eindringliche Statement verdeutlicht die wachsende Dringlichkeit, die Position der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken.
Kruse warnte vor einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und betonte die Notwendigkeit zusätzlicher Investitionen in zukunftsweisende Projekte, um die wirtschaftliche Power Norddeutschlands und darüber hinaus zu sichern. Dabei vertritt der AGA-Unternehmensverband mit seinen 3.500 Mitgliedsunternehmen, 150.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 288 Milliarden Euro eindrucksvoll, wie elementar Freihandel für die wirtschaftliche Stärke der Region ist.
Parallel dazu verwies Prof. Dr. Moritz Schularick auf eine grundsätzliche Herausforderung: „Es fehlt an einer positiven Vision für Deutschland in den nächsten zehn Jahren.“ Die Gesellschaft sei verunsichert und suche nach Orientierung. Nur durch eine klare Perspektive könne die notwendige Transformation zu einer grünen Industrienation mit exzellenter Bildung und Forschung gelingen. Dieses Zukunftsbild ist essenziell, um die Weichen für nachhaltiges Wachstum und Innovation zu stellen.
Transformation im Fokus: Deutschlands Weg aus der Unsicherheit
Die vernetzten globalen Märkte machen Freihandel zu einer unverzichtbaren Basis für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Insbesondere in einer Zeit, in der politische Weichenstellungen und Klimapolitik maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung bestimmen, zeigt sich, wie essenziell offene Märkte für Wachstum und Innovation sind.
Politische Entscheidungen von heute beeinflussen die wirtschaftliche Lage von morgen. Unklare Rahmenbedingungen oder Verzögerungen erhöhen die Unsicherheit in einer bereits fragilen globalen Umgebung. Deshalb ist eine klare Ausrichtung auf die Transformation, verbunden mit gezielten Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie dem Ausbau einer digitalen Gesellschaft, entscheidend, um den Standort Deutschland attraktiv zu halten.
Die konkreten Auswirkungen zeichnen sich auf verschiedenen Ebenen ab: Für Unternehmen bedeuten steigende Regulierungskosten und reduzierte Exportmöglichkeiten eine Notwendigkeit zur Anpassung ihrer Geschäftsmodelle. Arbeitnehmer sehen sich mit einem wachsenden Bedarf an Umschulungen und Qualifizierungen konfrontiert, um mit dem Wandel Schritt zu halten. Die Gesellschaft insgesamt benötigt moderne Bildung und einen stärkeren sozialen Zusammenhalt, um die Akzeptanz für notwendige Veränderungen zu fördern.
Auf dem Weg in die Zukunft steht Deutschland vor der Herausforderung, konsequent in eine grüne Industrie zu investieren und gleichzeitig seine Führungsrolle im Freihandel auszubauen. So lassen sich Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.
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AGA-Jahrestagung mit IfW-Chef Prof. Dr. Moritz Schularick
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