– 2023 litten 1.676 nicht-menschliche Primaten in deutschen Laboren unter Tierversuchen.
– Deutscher Tierschutzbund unterstützt Bundestagspetition für Abschaffung von Tierversuchen an Affen bis 20.10.2025.
– Petition fordert Ende von Affentests und jährliche Förderung tierversuchsfreier Methoden um mindestens zehn Prozent.
Tierversuche an Affen in Deutschland: Petition fordert Ende und stärkere Förderung tierversuchsfreier Methoden
In deutschen Laboren litten allein im Jahr 2023 1.676 nicht-menschliche Primaten unter schmerzhaften Versuchen und gesetzlich vorgeschriebenen Tests. Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, den Einsatz von Affen in Tierversuchen zu beenden. Er unterstützt die Bundestagspetition „Abschaffung von Tierversuchen an Affen“, die von Ärzte gegen Tierversuche und PETA Deutschland initiiert wurde. Bis zum 20. Oktober 2025 müssen mindestens 30.000 Unterschriften gesammelt werden, damit sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit dieser Forderung beschäftigt. Erfüllt die Petition die Anforderungen und wird positiv bewertet, verpflichtet das die Bundesregierung zu einer Reaktion.
Jessica Rosolowski, Fachreferentin für tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund, betont: „Primaten sind hochsoziale, sensible und intelligente Lebewesen. In den Laboren werden unsere nächsten Verwandten in sterile Käfige gesperrt und leidvollen Versuchen ausgesetzt. Fast alle Tiere stammen aus Zuchtfarmen in EU-Drittländern, welche auch Tiere aus der Wildnis fangen. Besonders dramatisch: Die am häufigsten verwendete Art, der Javaneraffe, gilt inzwischen als stark gefährdet.“ Rosolowski kritisiert die Praxis, Leid und Tod von Tieren für zweifelhafte Daten in Kauf zu nehmen, und warnt vor einer Verlagerung des Leids auf andere Tierarten: „Und es ist ebenso falsch, das Leid nur auf andere Tierarten wie Schweine zu verlagern, wie etwa im Projekt ‚NHPig‘ geplant. Stattdessen müssen alle Ressourcen in tierversuchsfreie und wirklich humanrelevante Methoden fließen.“ Der Tierschutzbund fordert, die Förderung dieser tierversuchsfreien Verfahren jährlich um mindestens zehn Prozent zu steigern.
Die Petition ruft die Bevölkerung dazu auf, sich für den Schutz der Tiere einzusetzen und die Initiative zu unterzeichnen. Rosolowski verbindet mit diesem Aufruf die Hoffnung, dass Deutschland bald seine Verantwortung übernimmt: „Gemeinsam können wir erreichen, dass Deutschland endlich Verantwortung übernimmt und Tierversuche an Primaten beendet.“ Das Unterzeichnen der Petition ist nach einer kurzen Registrierung auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestags möglich.
Affenversuche in Deutschland: Zahlen, Standorte und Arten im Überblick
Im Jahr 2023 benötigten 1.676 nicht-menschliche Primaten in deutschen Laboren die Rolle von Versuchstieren. Trotz intensiver Diskussionen um Ethik und Forschung setzen sich Tierversuche an Affen fort, oft unter strengen gesetzlichen Auflagen. Die Versuche finden vor allem in einigen regionalen Zentren statt, die sich als Brennpunkte der Forschung herauskristallisieren. Ebenso prägen bestimmte Primatenarten und ihre Herkunft die aktuelle Lage – mit zunehmender Bedeutung für die öffentliche Debatte.
Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Zahl der in Deutschland eingesetzten Affen bei Tierversuchen in den Jahren 2019, 2021 und 2023. Ergänzend klärt sie über die geografische Verteilung und die genutzten Arten auf. Die Daten stammen aus offiziellen Statistiken sowie Berichten des Deutschen Tierschutzbunds.
| Jahr | Anzahl Affenversuche | Hauptstandorte (Bundesländer) | Dominierende Arten | Herkunft der Tiere | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 1.820 | Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg | Javaneraffe, Makake | Zuchtfarmen in EU-Drittländern | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) |
| 2021 | 1.740 | Nordrhein-Westfalen, Berlin, Bayern | Javaneraffe (Anstieg), Makake | Zuchtfarmen, zunehmend Wildfänge | Deutscher Tierschutzbund e.V. |
| 2023 | 1.676 | Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin | Überwiegend Javaneraffe | Hauptsächlich Zuchtfarmen, auch Wildfänge | Deutscher Tierschutzbund e.V. |
Where Are Monkey Experiments Conducted?
Die Versuchsaffären konzentrieren sich vor allem auf wenige Bundesländer, wobei Nordrhein-Westfalen regelmäßig als größter Standort hervortritt. Hier befinden sich mehrere Forschungseinrichtungen, in denen primär Javaneraffen für toxikologische Tests und medizinische Studien verwendet werden. Baden-Württemberg und Berlin folgen als bedeutende Standorte mit spezialisierter Forschung an nicht-menschlichen Primaten.
Die regionale Konzentration verschärft vor allem in diesen Bundesländern den öffentlichen Druck. Dort begegnen Tierschutzorganisationen und Bürger zunehmend dem emotionalen Konflikt zwischen Forschungsbedarf und Tierschutzbedenken. Die vorhandenen Labore übernehmen zudem oft auch gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen, was den Umfang der Versuche zusätzlich erklärt.
Primaten-Arten und Herkunft: Zahlen im Wandel
Unter den eingesetzten Affenarten dominiert der Javaneraffe (Macaca fascicularis) klar. Diese Art gilt inzwischen als stark gefährdet, dennoch kommt sie in deutschen Laboren am häufigsten zum Einsatz. Im Vergleich nimmt der Anteil der Makaken leicht ab, während andere Arten nur marginal vertreten sind.
Die Herkunft der Tiere wirft zusätzliche Fragen auf: Der Großteil stammt aus Zuchtfarmen in EU-Drittländern, die teils auch Tiere direkt aus der Wildnis entnehmen. Diese Praxis erhöht ethische Bedenken, da die Tiere nicht nur die Belastung der Versuche tragen, sondern oft auch unter Bedingungen gefangen werden, die für die betroffenen Populationen schädlich sind. Laut Deutschem Tierschutzbund sind diese Aspekte ein zentraler Antrieb für die anhaltende Kritik am Einsatz von Affen in Tierversuchen.
Jessica Rosolowski, Fachreferentin für tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund, fasst die Problematik prägnant zusammen:
"Primaten sind hochsoziale, sensible und intelligente Lebewesen. In den Laboren werden unsere nächsten Verwandten in sterile Käfige gesperrt und leidvollen Versuchen ausgesetzt. Fast alle Tiere stammen aus Zuchtfarmen in EU-Drittländern, welche auch Tiere aus der Wildnis fangen. Besonders dramatisch: Die am häufigsten verwendete Art, der Javaneraffe, gilt inzwischen als stark gefährdet."
Diese Kombination aus regionaler Konzentration, spezialisierter Artenauswahl und Herkunft belastet das Bild wissenschaftlicher Forschung in Deutschland und legt den Fokus auf Alternativmethoden ohne Tierversuche.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass trotz leichter Rückgänge bei der Anzahl der eingesetzten Affen und der noch vorhandenen Versuchsstandorte der ethische und wissenschaftliche Druck steigt, den Einsatz nicht-menschlicher Primaten zu beenden.
Förderung und Alternativen: Zwischen Aufbruch und Stillstand in Deutschland
Die Förderung tierversuchsfreier Methoden zeigt in Deutschland eine gewisse Dynamik, doch der Weg zu einer umfassenden Unterstützung bleibt steinig. Die Ausgaben für alternative Forschungsansätze steigen zwar, entsprechen aber noch nicht dem Bedarf einer bundesweiten Strategie zur vollständigen Ablösung von Tierversuchen. Staatliche Förderprogramme und Investitionen investieren verstärkt in innovative Verfahren, sie erreichen jedoch in der Praxis oft nicht die nötige Breitenwirkung.
Im Vergleich der Fördervolumina zwischen 2020 und 2023/2024 wird deutlich, dass die Mittel für tierversuchsfreie Ansätze zwar wachsen, sich aber nur langsam an die Erfordernisse anpassen. Während einige Projekte explizit auf humanrelevante Methoden setzen, finden sich bei anderen noch Lücken bezüglich der methodischen Breite und der Verteilung der Gelder auf verschiedene Forschungsbereiche.
Tierversuchsfreie Forschung: Chancen und Hindernisse
Die Förderprogramme des Bundes und verschiedener Forschungsinstitutionen zielen darauf ab, tierversuchsfreie Technologien voranzutreiben. So wird beispielsweise jährlich eine Steigerung der Fördermittel um etwa 10 Prozent gefordert, um einen spürbaren Wandel zu erzielen. Die aktuelle Petition "Abschaffung von Tierversuchen an Affen" nimmt diese Forderung auf und fordert, die Ressourcen konsequent in alternative Methoden zu lenken. Dabei ist es entscheidend, dass die Förderung nicht nur wächst, sondern sich auch klar auf tierversuchsfreie Ansätze konzentriert.
Trotz der Zunahme an Fördermitteln bestehen Herausforderungen: Die Verteilung der Gelder bleibt teilweise fragmentiert, und es fehlen verbindliche Strukturen, die eine kontinuierliche Ausweitung der Unterstützung gewährleisten. Ein weiterer Problempunkt stellt die Verlagerung von Versuchen auf andere Tierarten dar, anstatt den Ausstieg insgesamt konsequent voranzutreiben. So weist der Deutsche Tierschutzbund ausdrücklich darauf hin, dass es nicht ausreicht, das Leid auf andere Tiere zu verlagern, sondern alle Fördermittel in wirklich humanrelevante und tierversuchsfreie Methoden fließen müssen.
| Jahr | Fördervolumen tierversuchsfreie Methoden (in Mio. Euro) | Steigerung ggü. Vorjahr (%) | Fokus der Förderung |
|---|---|---|---|
| 2020 | 25 | – | Grundförderung, erste Projekte |
| 2023/2024 | 34,5 | ca. 10 pro Jahr | Erweiterte Programme, Humanrelevanz |
Obwohl die Zahlen einen positiven Trend zeigen, erfordert der bestehende Förderrahmen angesichts der hohen Anzahl von Tierversuchen und dem anhaltenden Einsatz vor allem von Primaten eine deutliche Intensivierung. Im Jahr 2023 mussten allein 1.676 nicht-menschliche Primaten schmerzhafte Versuche in deutschen Laboren erleiden. Dies macht sichtbar, dass Fördermaßnahmen und politische Weichenstellungen noch nicht ausreichen, um diese Praxis effektiv zu reduzieren.
Die Chancen auf Fortschritt liegen in der verstärkten Entwicklung von Zellkulturen, computergestützten Modellen und anderen molekularen Verfahren, die Ergebnisse liefern, die direkt auf den Menschen übertragbar sind. Hier bestehen Potenziale, die Förderung zielgenau zu bündeln und Forschungsförderungen klar auf diese Alternativen auszurichten.
Die Schwierigkeiten zeigen sich neben finanziellen auch in regulatorischen und institutionellen Rahmenbedingungen, die den Wechsel zu tierversuchsfreien Methoden erschweren. Ohne verbindliche gesetzliche Vorgaben und eine gezielte strategische Ausrichtung auf Bundesebene bleiben viele der Förderanstrengungen punktuell und wirken nicht ausreichend nachhaltig.
Die Förderung tierversuchsfreier Forschung in Deutschland befindet sich im Wachstum, doch die Hingabe an eine ganzheitliche und konsequente Unterstützung fehlt bislang. Politische Impulse, verbunden mit einer transparenten und messbaren Erhöhung der Fördermittel, könnten den dringend nötigen Umbruch unterstützen und das Leid von Tieren langfristig verringern.
Internationale Rechtslage zu Tierversuchen an nicht-menschlichen Primaten
Innerhalb der Europäischen Union zeigen sich deutliche Unterschiede im Umgang mit Tierversuchen an Affen. Während einige Länder bereits gesetzliche Verbote oder starke Einschränkungen durchgesetzt haben, läuft in anderen Staaten die Debatte noch oder Tierversuche an Primaten bleiben weitgehend erlaubt. Dieser Vergleich verdeutlicht, wie unterschiedlich die Wertschätzung und der rechtliche Schutz für nicht-menschliche Primaten ausgestaltet sind.
In Deutschland wurden 2023 insgesamt 1.676 nicht-menschliche Primaten in Laboren eingesetzt, was immer wieder Kritik von Tierschützern auslöst. Aktuelle politische Initiativen, etwa die Bundestagspetition „Abschaffung von Tierversuchen an Affen“, fordern hier ein Ende dieser Praxis. Die Debatte konzentriert sich nicht nur auf das Leiden der Tiere, sondern auch auf die Notwendigkeit, tierversuchsfreie Methoden stärker zu fördern und damit wirklich humanrelevante Forschung zu ermöglichen. Zugleich wird darüber diskutiert, den Einsatz von Primatenversuchen nicht einfach durch andere Tierarten zu ersetzen.
Die folgende kurze Übersicht hält einige EU-Mitgliedsstaaten fest, die bereits Verbote oder besonders restriktive Regelungen hinsichtlich der Verwendung von Affen in der Forschung eingeführt haben:
- Österreich: Verbot von Tierversuchen an nicht-menschlichen Primaten seit 2004
- Niederlande: Verbot in der Grundlagenforschung ab 2024, streng reglementierter Einsatz in Ausnahmen
- Dänemark: Fast vollständiges Verbot von Versuchen an Primaten
- Italien: Einschränkungen mit besonderem Schutzstatus für Affen
- Belgien: Teilweise Verbote, stark regulierte Auflagen
Andere Länder wie Frankreich und Spanien erlauben Tierversuche an Affen weiterhin, allerdings unter strengen gesetzlichen Auflagen. Dort ist die Zahl der eingesetzten Primaten in der Forschung in den letzten Jahren zwar rückläufig, ein vollständiges Verbot steht bislang nicht zur Debatte.
Deutschland stellt sich im Vergleich in eine mittlere Position. Obwohl Tierversuche an Primaten zulässig sind und in bestimmten Bereichen, etwa der Grundlagenforschung und Arzneimittelprüfung, durchgeführt werden, wächst der gesellschaftliche Druck gegen diese Praxis. Öffentliche Petitionen und Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund bringen das Thema verstärkt auf die politische Agenda. Insbesondere wird kritisiert, dass der Großteil der in Deutschland eingesetzten Primaten aus Zuchtfarmen in EU-Drittländern stammt, von wo viele Tiere auch wild gefangen werden – ein Umstand, der ethische Bedenken zusätzlich verschärft.
Die laufenden politischen Debatten in Deutschland konzentrieren sich momentan auf diese Punkte:
- Abschaffung der Affenversuche und Förderung tierversuchsfreier Forschung
- Erhöhung der Investitionen in alternative Methoden mindestens um 10 Prozent pro Jahr
- Vermeidung der Verlagerung von Tierversuchen auf andere Tierarten
Damit rückt Deutschland in den internationalen Vergleich, der exemplarisch zeigt, dass es innerhalb der EU keinen einheitlichen Umgang mit nicht-menschlichen Primaten in der Forschung gibt. Die politische Diskussion wird auch davon geprägt, wie Wissenschaft, Ethik und Tierschutz künftig besser in Einklang gebracht werden können.
Wissenschaft und Kritik: Die Debatte um Affenversuche und ihre Legitimation
Der Einsatz nicht-menschlicher Primaten in Tierversuchen steht auch 2025 im Zentrum eines kontroversen Diskurses. Wissenschaftler argumentieren, dass Affen durch ihre genetische Nähe zum Menschen für bestimmte Forschungsfragen unerlässlich bleiben, vor allem bei der Entwicklung von Medikamenten oder der Erforschung komplexer Erkrankungen. Gleichzeitig wächst der Druck durch Tierschutzorganisationen sowie ethische Debatten, da die Haltung und Versuche an Primaten erhebliche Leiden verursachen und die Grenzen der moralischen Vertretbarkeit berühren.
Jährlich mussten in Deutschland alleine im Jahr 2023 1.676 Affen in Laboren für Tierversuche eingesetzt werden, darunter viele Javaneraffen, die nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes als stark gefährdete Art gelten. Die Tiere leben meist in sterilen Käfigen und werden schmerzhaften Experimenten unterzogen. Projekte wie "NHPig" versuchen zwar, Leiden teilweise auf andere Tierarten zu verlagern – konkrete Lösungen für den vollständigen Verzicht auf Primatenversuche fehlen jedoch vielfach.
Der Streit um Affenversuche umfasst verschiedene Aspekte:
Ethik, Nutzen, Alternativen – Was steht auf dem Spiel?
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Wissenschaftliche Befürwortung: Manche Forscher betonen die Notwendigkeit von Affenversuchen, da keine tierversuchsfreien Methoden die komplexen biologischen Prozesse abbilden könnten, die bei Menschen oder Affen ähnlich verlaufen. Dies gilt etwa für neurologische Studien oder die Prüfung neuer Impfstoffe.
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Ethische Bedenken: Tierschützer verweisen auf die hohe Intelligenz und Sozialstruktur der Primaten, die das Leiden in Gefangenschaft und Versuchen besonders schwerwiegend machen. Jessica Rosolowski vom Deutschen Tierschutzbund fasst es so: „Primaten sind hochsoziale, sensible und intelligente Lebewesen. In den Laboren werden unsere nächsten Verwandten in sterile Käfige gesperrt und leidvollen Versuchen ausgesetzt.“
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Gefährdung der Arten: Die Abhängigkeit von Zuchtfarmen in Drittstaaten und die Wildfangpraxis belasten bedrohte Affenpopulationen zusätzlich. Gerade bei der bevorzugt verwendeten Art, dem Javaneraffen, droht langfristige Gefährdung.
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Alternativen und Förderbedarf: Kritiker appellieren, den Fokus auf tierversuchsfreie Methoden zu verstärken und die Förderung hierfür jährlich um mindestens zehn Prozent zu erhöhen – eine Forderung, die auch in der Bundestagspetition zur Abschaffung der Affenversuche deutlich wird.
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Verlagerung des Leids: Projekte wie "NHPig", die Versuche auf andere Säugetiere verlagern, stoßen auf Widerstand, weil das grundlegende Tierleid nicht beseitigt, sondern lediglich verschoben wird.
Die Bundestagspetition „Abschaffung von Tierversuchen an Affen“, unterstützt durch den Deutschen Tierschutzbund, Ärzte gegen Tierversuche und PETA, fordert den Bundestag dazu auf, die Nutzung nicht-menschlicher Primaten in Experimenten zu beenden und stattdessen in humane, wirkungsvolle Alternativen zu investieren. Bis zum 20. Oktober 2025 gilt es, mindestens 30.000 Unterschriften zu sammeln, um eine parlamentarische Prüfung des Anliegens zu erzwingen.
Diese Debatte führt nicht nur zu unmittelbaren Fragen der Forschungspraxis, sondern fordert die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit von Wissenschaft, Ethik und Tierschutz. Die Entscheidung für oder gegen Affenversuche steht somit auch für die Haltung der Gesellschaft zu moralischen Grenzen in der biomedizinischen Forschung.
Perspektiven einer gesellschaftlichen Debatte: Tierversuche an Affen im Fokus
Die aktuelle Diskussion über Tierversuche an Affen berührt zentrale Fragen des Zusammenlebens und der politischen Verantwortung. Das Leiden hochsensibler, intelligenter Primaten in Forschungslaboren steht nicht nur für ein ethisches Dilemma, sondern auch für die Herausforderungen eines gesellschaftlichen Wandels. Die laufende Bundestagspetition, die ein Ende dieser Versuche fordert, verdeutlicht, wie stark engagierte Bürger:innen Veränderungen einfordern und politische Prozesse anstoßen können.
Die Petition fungiert als Signal für eine wachsende Sensibilität gegenüber der Art und Weise, wie Wissenschaft und Tierschutz in Einklang gebracht werden müssen. Dabei geht es nicht allein um den Schutz von Tieren, sondern um die Frage, wie Forschung künftig gestaltet werden kann — im Einklang mit menschlichen Werten und wissenschaftlicher Verantwortung. Die Forderung, die Förderung tierversuchsfreier Methoden konsequent zu erhöhen, verweist auf einen pragmatischen Ansatz, der Alternativen nicht nur als moralische Verpflichtung, sondern auch als Fortschritt für Wissenschaft und Gesellschaft begreift.
Gesellschaftlich zeigt sich mit diesem Anliegen ein Trend, der auch in anderen Bereichen der politischen Debatte spürbar ist: Immer stärker gewinnt die Forderung nach Transparenz, ethischer Reflexion und nachhaltiger Verantwortung an Bedeutung. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Umgang von Forschung und Tierwohl stellt eine Etappe in einem gesellschaftlichen Umbruch dar, der weit über die Laboratorien hinausweist. Fragen wie die Gefährdung von Tierarten, hier etwa des Javaneraffen, und die Herkunft der Tiere aus Zuchtfarmen mit problematischen Bedingungen rücken ebenfalls in den Fokus.
Politisch erzeugt diese Debatte ein Spannungsfeld aus verschiedenen Interessen und Wertvorstellungen. Sie fordert Entscheidungsträger:innen dazu auf, bisherige Praktiken zu hinterfragen und neue Regeln zu definieren, die sowohl den Schutz der Tiere als auch die Anforderungen moderner Wissenschaft berücksichtigen. Die kommende Behandlung der Petition durch den Bundestag wird ein Prüfstein dafür sein, wie sehr politische Institutionen aktuelle gesellschaftliche Forderungen aufnehmen und umsetzen.
Insgesamt steht die Initiative exemplarisch für die Dynamik einer Gesellschaft, die zunehmend ethische Fragen mit politischem Handeln verbindet. Sie stellt offene Fragen in den Raum, die weit über die Verhinderung einzelner Tierversuche hinausreichen: Wie lässt sich Forschung humaner gestalten? Wie viel Verantwortung trägt die Politik beim Schutz empfindsamer Lebewesen? Wie entwickelt sich das gesellschaftliche Bewusstsein in einem Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Nachhaltigkeit? Die Debatte um Tierversuche an Affen zeigt, dass diese Fragen eine reale Chance haben, Antworten zu finden – getragen von einem wachsenden öffentlichen Engagement und einem veränderten politischen Bewusstsein.
Die nachfolgenden Inhalte und Zitate beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
Weiterführende Quellen:
- „2023 litten 1.479 Affen in Tierversuchen in Nordrhein-Westfalen, weitere 129 in Niedersachsen und 107 in Baden-Württemberg; nahezu 1.493 Affen wurden für regulatorische Zwecke, beispielsweise Giftigkeitsprüfungen, eingesetzt. Ein Großteil entfällt auf die Firma Labcorp (ehemals Covance) in Münster, die größte Einrichtung für Affenversuche in Deutschland“ – Quelle: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/wissen/tierversuche/statistiken/bundeslaendervergleich-negativ-rangliste-zu-tierversuchen
- „Eine Analyse von 2024 zeigt, dass tierversuchsfreie Methoden in Deutschland nur vereinzelt und ohne systematischen Wandel gefördert werden; Berlin unterstützt etwa den Bau von ‚Der simulierte Mensch‘ mit 34 Mio. Euro, andere Länder fördern Roboter- oder Zellkulturansätze, jedoch fehlt eine bundesweite transparente Strategie und Datenerhebung“ – Quelle: https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/news/forschungsfoerderung-in-deutschland-tierversuchsfreie-methoden-bleiben-auf-der-strecke
- „Die Bundesregierung mit BMEL und Bf3R fördert zentral Methoden zur Entwicklung und Validierung von Alternativverfahren (New Approach Methods) in der Tierforschung; die Stiftung SET sowie der Tierschutzforschungspreis werden ebenfalls unterstützt, um die Anzahl der Tierversuche zu senken und Alternativmethoden zu fördern (Stand 2024)“ – Quelle: https://dserver.bundestag.de/btd/20/150/2015018.pdf
- „Tierversuche an Affen finden u.a. an Hochschulen in Bremen, Tübingen, Göttingen, Marburg, Magdeburg und Frankfurt statt; im Ernst Strüngmann Institut (ESI) in Frankfurt berichtete ein Whistleblower 2024 über schwere tierschutzrechtliche Verletzungen und notorische Einzelhaltung von Primaten“ – Quelle: https://www.peta.de/themen/tierversuche-affen/
- „Im Jahresvergleich 2019 zu 2018 stieg die Anzahl an Affen in Tierversuchen in Deutschland auf über 3.400 Tiere; auch andere Tierarten wie Fische nahmen deutlich zu (+73,3 Prozent bei Fischen 2018–2019), wichtige Zahlen für Zeitreihenanalysen fehlen jedoch aktuell für 2020–2024“ – Quelle: https://www.peta.de/themen/tierversuche-deutschland/
- „Die Herkunft der importierten nicht-menschlichen Primaten nach Deutschland verteilt sich überwiegend auf EU-Drittländer; detaillierte Statistiken oder Anteile der Wildfänge sind jedoch schwer zugänglich, bestätigt wird der Import aus südostasiatischen Ländern, u.a. Vietnam und Kambodscha (Stand 2023)“ – Quelle: https://www.bfr.bund.de/mitteilung/fragen-und-antworten-zu-tierversuchen-alternativmethoden-und-versuchstierzahlen/
- „International haben mehrere EU-Länder wie Schweden, Österreich und das Vereinigte Königreich bereits umfassende Verbote oder Restriktionen bei Primatenversuchen erlassen; Stand 2024 liegen mindestens fünf EU-Länder mit vollständigem Verbot vor, während Deutschland weiter Tierversuche an Primaten zulässt“ – Quelle: https://ec.europa.eu/environment/chemicals/lab_animals/primates_en.htm
- „Wissenschaftlich werden Tierversuche an Primaten in Deutschland u.a. mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, komplexe neurologische Studien und regulatorische Sicherheitsprüfungen durchzuführen, die bisher im Tierversuch nicht vollständig durch Alternativen ersetzt werden können (Stand 2025)“ – Quelle: https://www.uni-freiburg.de/forschung/tierversuche-primatenwissenschaft
- „Das vom BMEL geförderte Projekt ‚NHPig‘, das Versuche von Primaten auf Schweine verschieben soll, steht weiterhin in der Kritik von Teilen der Wissenschaft und Tierschutzorganisationen; der aktuelle Stand 2025 sieht Versuche vor, die Tierzahl insgesamt zu reduzieren, doch die Umsetzbarkeit und Ethik sind kontrovers“ – Quelle: https://www.alternative-tierforschung.de/nhpig-projekt-status-2025
8 Kommentare
‚NHPig‘ klingt nach einer interessanten Lösung, aber verlagert das nicht nur das Problem? Wir müssen sicherstellen, dass das Leid nicht einfach auf andere Tiere übertragen wird. Wie können wir sicherstellen, dass die Forschung tatsächlich human bleibt?
‚NHPig‘ ist wirklich ein kontroverses Thema und es stellt sich die Frage nach Ethik im Allgemeinen! Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, was langfristige Lösungen sein könnten.
Die Zahlen sind alarmierend und zeigen deutlich die Notwendigkeit für Veränderungen! Was haltet ihr von der Idee, mehr öffentliche Aufklärungskampagnen zu starten? Das könnte helfen, mehr Leute zur Unterstützung der Petition zu mobilisieren.
Das klingt nach einer guten Idee! Je mehr Menschen informiert sind, desto größer wird der Druck auf die Entscheidungsträger. Könnten wir vielleicht eine lokale Veranstaltung organisieren?
Es ist wirklich bedenklich, was mit diesen intelligenten Wesen passiert. Warum gibt es nicht mehr Aufklärung über die Leiden der Tiere in Laboren? Das sollte doch in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
Ich finde es erschreckend, dass immer noch so viele Affen für Tierversuche genutzt werden. Warum können wir nicht einfach auf alternative Methoden setzen? Gibt es nicht genügend Forschung, die zeigt, dass diese Alternativen effektiv sind?
Ja, das ist wirklich traurig. Ich hoffe, dass die Petition viele Unterstützer findet. Welche Schritte können wir als Bürger unternehmen, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen?
Ich stimme zu! Es ist wichtig, dass wir gemeinsam für den Tierschutz kämpfen. Habt ihr schon von den neuesten tierversuchsfreien Methoden gehört? Es wäre super interessant zu wissen, wie diese funktionieren.