ADV-Bilanz 2025: 219 Millionen Fluggäste und die Forderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit

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Die deutschen Flughäfen verzeichnen für 2025 einen Passagierzuwachs von über drei Prozent auf voraussichtlich 219 Millionen Reisende. Der Flughafenverband ADV fordert von der Politik entschlossenes Handeln, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken. Zentrale Forderungen sind eine dauerhafte Entlastung bei Steuern und Gebühren sowie eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Inhaltsverzeichnis

– Der Flughafenverband ADV zieht für 2025 eine positive Bilanz trotz schwieriger Rahmenbedingungen.
– Für 2026 fordert der Verband eine dauerhafte Entlastung bei Steuern und verlässliche Finanzierung der Flugsicherung.
– Die deutschen Flughäfen verzeichneten 2025 ein moderates Passagierwachstum auf etwa 219 Millionen Reisende.

Bilanz und Forderungen: So bewertet die Luftfahrtbranche das Jahr 2025

Der Flughafenverband ADV zieht Bilanz für das ablaufende Jahr und formuliert klare Erwartungen an die Politik für 2026. Im Zentrum stehen die wirtschaftliche Erholung des Luftverkehrs und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen. Die vorläufige Passagierbilanz für 2025 zeigt ein moderates Wachstum: Bis zum Jahreswechsel werden voraussichtlich rund 219 Millionen Passagiere* die deutschen Flughäfen genutzt haben – ein Zuwachs von etwas mehr als 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Stand: 27. Dezember 2025, ADV-Pressemitteilung Nr. 34/2025).

Die ADV-Präsidentin Aletta von Massenbach sieht das Jahr als Bewährungsprobe: „2025 war ein forderndes Jahr – und unsere Flughäfen haben Stärke, Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft bewiesen. Nun kommt es darauf an, diesen Kurs mit den richtigen politischen Entscheidungen zu festigen und die Weichen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu stellen.“ Sie betont die systemische Bedeutung der Branche: „Ein attraktives und adäquates Streckennetz und verlässliche Flugangebote sind entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“

Die angekündigte Rücknahme der letzten Luftverkehrsteuererhöhung im Bundeshaushalt 2026 wertet der Verband als positives Signal. Dennoch bleibe der Handlungsdruck hoch, da der deutsche Luftverkehrsstandort im EU-Vergleich über 50 Prozent stärker durch staatliche Steuern und Abgaben belastet ist* (Stand: 27. Dezember 2025, ADV-Pressemitteilung Nr. 34/2025).

Für das kommende Jahr 2026 benennt der Flughafenverband ADV konkrete Forderungen an die Politik:

  • Dauerhafte Entlastung bei Steuern und staatlichen Gebühren
  • Verlässliche langfristige Finanzierung der Flugsicherung an kleineren Flughäfen
  • Neue bzw. erweiterte Luftverkehrsabkommen mit Drittstaaten
  • Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • Verlässliche Betriebszeiten, keine weiteren Einschränkungen im Nachtflugbetrieb

(Stand aller Forderungen: 27. Dezember 2025, ADV-Pressemitteilung Nr. 34/2025)

Luftverkehr 2025: Regionale Unterschiede und touristische Erholung

Die Pressemitteilung des Flughafenverbands ADV zeichnet ein Bild der Stabilisierung für das Jahr 2025. Eine Einordnung mit aktuellen, regionalen und saisonalen Daten zeigt ein differenzierteres Bild der Entwicklung. Während die Gesamtprognose des ADV von rund 219 Millionen Passagieren und einem moderaten Wachstum von etwas mehr als 3 Prozent gegenüber 2024 ausgeht, offenbaren die verfügbaren Halbjahres- und Sommerdaten unterschiedliche Dynamiken.

Regionaler Vergleich: Bayern und München

Die Entwicklung verlief regional nicht einheitlich.

Sommerflugplan und touristische Entwicklung

Die Daten bestätigen die ADV-Aussage einer vorhandenen Nachfrage, zeigen aber auch klar, dass die Erholung gegenüber der Zeit vor der Pandemie noch nicht abgeschlossen ist. Die regionalen und saisonalen Unterschiede unterstreichen, dass eine pauschale Betrachtung des deutschen Luftverkehrs die komplexe Realität nur unzureichend abbildet.

Flugverkehr 2025: Mehr als nur Passagiere – eine gesellschaftliche Weichenstellung

Die Entwicklung des Luftverkehrs im Jahr 2025 ist weit mehr als eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie berührt direkt das Leben in vielen Regionen, die wirtschaftliche Dynamik und die tägliche Mobilität von Millionen Menschen. Die moderate Erholung der Passagierzahlen zeigt eine grundlegende Nachfrage*. Für strukturschwache oder ländliche Räume bedeutet eine stabile Fluganbindung oft den Unterschied zwischen wirtschaftlicher Teilhabe und Abkopplung. Unternehmen, gerade auch außerhalb der großen Metropolen, sind auf verlässliche internationale Konnektivität angewiesen, um Märkte zu bedienen, Fachkräfte anzuziehen und im globalen Wettbewerb zu bestehen. Der Tourismus wiederum, eine zentrale Säule vieler Regionalwirtschaften, lebt von der Erreichbarkeit. Ein dichteres und zuverlässigeres Streckennetz kann daher direkte Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort sichern.

Aus Sicht der Reisenden hat sich der Fokus nach den turbulenten Vorjahren verschoben. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit des Angebots rücken wieder in den Vordergrund. Passagiere erwarten heute nicht nur ein Rückkehr zum alten Niveau, sondern einen serviceorientierten, effizienten und vorhersehbaren Reiseablauf. Diese Erwartungshaltung trifft auf eine Branche, die selbst unter hohem Kostendruck und komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen operiert.

Genau hier entstehen die zentralen Zielkonflikte. Der Wunsch nach mehr Konnektivität und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit prallt vielerorts auf berechtigte Bürgerinteressen, insbesondere beim Thema Nachtflug. Während die Flughafenbetreiber verlässliche Betriebszeiten als Grundvoraussetzung für ein attraktives Streckennetz einfordern, sehen Anwohner und Kommunen in weiteren Einschränkungen einen unverzichtbaren Schritt für mehr Lebensqualität und Umweltschutz. Diese Spannung zwischen wirtschaftlichem Ausbauinteresse und lokaler Akzeptanz ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen für die Luftfahrt. Kritiker der Branche verweisen zudem auf die langfristigen Umweltziele und fragen, wie ein Wachstum des Luftverkehrs mit den nationalen und europäischen Klimazielen in Einklang gebracht werden kann.

Die gesellschaftliche Relevanz der Weichenstellungen von 2025 liegt somit in der Suche nach einem neuen Gleichgewicht. Es geht um die Frage, wie Deutschland als exportorientierte Nation seine internationale Anbindung bewahren und ausbauen kann, ohne dabei regionale Belange oder ökologische Verpflichtungen zu vernachlässigen. Die Diskussion dreht sich nicht mehr allein um Kapazitäten, sondern zunehmend um die Art und Weise des Fliegens und seine Einbettung in eine nachhaltige, gesamtwirtschaftliche und sozial verträgliche Mobilität der Zukunft.

Ausblick: Was 2026 entscheidend wird

Die Nachfrage nach Flugreisen zeigt Anzeichen einer Erholung.* Dieses Potenzial kann sich jedoch nur entfalten, wenn die politischen Rahmenbedingungen 2026 konsequent auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet werden. Die beobachtete Stabilisierung ist eine Einladung zum Handeln, kein Grund zur Entwarnung.

Die zentrale Aufgabe für Politik und Flughafenbetreiber liegt nun darin, aus der erfreulichen Verkehrsentwicklung nachhaltige Strukturen zu schaffen. Dafür müssen zwei zentrale Weichenstellungen erfolgen.

Handlungsfelder für Politik und Flughafenbetreiber

Erstens braucht es dauerhafte planbare Rahmenbedingungen für die Airlines. Die angekündigte Absenkung der Luftverkehrsteuer ist ein erster Schritt, ändert aber nichts an der grundlegenden Belastung. Deutschland liegt im EU-Vergleich bei Steuern und Abgaben deutlich vorn. Solange diese finanzielle Last besteht, bleiben Investitionen in neue Strecken und attraktive Angebote an deutschen Standorten ein kalkulatorisches Risiko. Die Politik ist gefordert, hier für spürbare und dauerhafte Entlastung zu sorgen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland zurückzugewinnen.

Zweitens muss die Infrastrukturplanung beschleunigt werden. Projekte für mehr Nachhaltigkeit, wie der Ausbau der Bodenstromversorgung, oder für mehr Kapazität und Sicherheit dürfen nicht in langwierigen Genehmigungsverfahren stecken bleiben. Eine klare Priorisierung solcher Flughafeninvestitionen als Maßnahmen im überragenden öffentlichen Interesse wäre ein starkes Signal. Es würde den Flughäfen ermöglichen, ihre Transformationskraft schneller zu entfalten und die gewonnene Passagiernachfrage auch langfristig zu bedienen. Für Entscheidungsträger bedeutet das: Die positiven Indikatoren sind der Beleg, dass sich Investitionen in einen modernen Luftverkehrsstandort lohnen. Jetzt gilt es, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Die folgenden Informationen und Aussagen basieren auf einer Pressemitteilung des Flughafenverbands ADV.

Weiterführende Quellen:

10 Antworten

  1. Insgesamt sieht die Bilanz positiv aus für die Branche; dennoch sollten wir nicht vergessen, dass viele Menschen auf den Flugverkehr angewiesen sind für ihre Arbeit und Reisen! Wie steht ihr zur Rolle des Luftverkehrs in der Wirtschaft?

    1. Eine sehr gute Frage! Der Luftverkehr spielt eine große Rolle für viele Unternehmen und deren Wachstum; ich hoffe nur, dass dies nicht zulasten der Umwelt geht.

  2. …die regionale Entwicklung ist spannend! In Bayern gab es anscheinend einen Zuwachs an Passagieren; könnte das vielleicht auch an einem besseren Service liegen? Es wäre interessant zu wissen, was andere Bundesländer dazu sagen.

  3. Es ist ermutigend zu sehen, dass es ein Wachstum gibt! Aber ich frage mich, wie sich das auf die Umwelt auswirken wird. Gibt es Pläne für nachhaltigere Praktiken in der Luftfahrt? Vielleicht könnte man mehr über umweltfreundliche Technologien informieren.

    1. Das ist ein guter Punkt! Wir müssen wirklich darüber nachdenken, wie das Wachstum mit unseren Klimazielen in Einklang gebracht werden kann. Glaubt ihr, dass wir bald mehr grüne Initiativen sehen werden?

    2. …und wie sieht es mit den Nachtflügen aus? Viele Anwohner sind besorgt über Lärm und Umweltbelastungen. Sollte nicht auch der Schutz dieser Menschen Priorität haben?

  4. Die Forderungen des ADV an die Politik sind sehr wichtig, insbesondere die dauerhafte Entlastung bei Steuern. Aber wie können wir sicherstellen, dass diese Entlastungen tatsächlich umgesetzt werden? Ich hoffe auf ein konstruktives Jahr 2026.

    1. Ich stimme zu! Die Steuerbelastungen sind wirklich hoch im Vergleich zu anderen EU-Staaten. Vielleicht könnte eine Umfrage unter den Passagieren helfen, um ihre Meinungen zu erfahren?

    2. Das Thema Flugsicherung ist auch wichtig. Wenn kleinere Flughäfen nicht ausreichend unterstützt werden, könnten sie bald schließen müssen. Was haltet ihr von der Idee, mehr Flugverbindungen nach ländlichen Gebieten anzubieten?

  5. Ich finde die Bilanz für 2025 interessant, vor allem das moderate Wachstum der Passagierzahlen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Zahlen auch langfristig stabil bleiben. Was denkt ihr über die Zukunft des Luftverkehrs in Deutschland?

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