ADFC Berlin organisiert große Fahrraddemo am 13. September: Kreisfahrt für Verkehrswende und bessere Radwege

Der ADFC Berlin lädt für Samstag, 13. September, zu einer großen Fahrraddemonstration als Kreisfahrt rund ums Berliner Stadtzentrum ein, um mehr Tempo in der Verkehrswende zu fordern. Unter dem Motto „Raus aus dem Kreiseln – Mit Plan zur Verkehrswende“ verlangt er den Neustart des Radverkehrsplans mit sicheren Radwegen, ausreichenden Abstellanlagen und flächendeckendem Tempo-30. Start ist um 14 Uhr am Pariser Platz, das Ende der Route ist gegen 16 Uhr am Bundesplatz.
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– ADFC Berlin veranstaltet am 13. September Fahrrad-Kreisfahrt um Berliner Stadtzentrum
– Forderung nach Wiederaufnahme Radverkehrsplan, sicheren Radwegen und Ausweitung von Tempo-30-Zonen
– Kritik am Senat für bloß 17,5 statt 200 benötigten Radwegkilometern 2025

Fahrraddemonstration in Berlin: Radfahrende fordern Verkehrswende mit Plan

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Berlin mobilisiert am Samstag, den 13. September, zu einer besonderen Fahrraddemonstration unter dem Motto „Raus aus dem Kreiseln – Mit Plan zur Verkehrswende“. Die Aktion in Form einer Fahrrad-Kreisfahrt führt rund um das Berliner Stadtzentrum und richtet sich an die Verkehrspolitik der Hauptstadt. Mit dieser Aktion machen die Teilnehmenden auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam, die Verkehrspolitik neu auszurichten – zugunsten sicherer Radwege und eines entschleunigten Stadtverkehrs.

Im Fokus steht dabei die Wiederaufnahme des Radverkehrsplans unter dem Hashtag #MehrPlanFürsRad, der sichere Radwege und ausreichend Abstellanlagen fordert. Daneben steht die Ausweitung von Tempo 30-Zonen auf der Agenda, um den Verkehr sicherer zu machen und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern. Der ADFC Berlin kritisiert, dass die derzeitige Verkehrspolitik in der Hauptstadt nicht den dringend nötigen Wandel vollziehe. „Die Berliner Verkehrspolitik dreht sich im Kreis. Andere Städte bauen ihren Verkehr zukunftsfähig um, in Berlin versucht der Senat die Uhren zurückzudrehen und blockiert Radwegeausbau und Verkehrsberuhigung.“

Ein besonders deutliches Beispiel zeigt die geplante Erweiterung der Radwegekapazitäten für dieses Jahr: Während im Berliner Radverkehrsplan der Ausbau von insgesamt 200 Kilometern Radwegen vorgesehen ist, hat der Senat für 2025 lediglich 17,5 Kilometer eingeplant – eine Diskrepanz, die den ADFC als unrealistisch und unzureichend bezeichnet. Die Organisation mahnt, dass Verkehrssenatorin Ute Bonde, die noch ein Jahr im Amt ist, diese Weichenstellung nutzen müsse. „Noch ein Jahr hat Verkehrssenatorin Ute Bonde Zeit, um vernünftig umzusteuern.“

Die Fahrraddemonstration startet um 14 Uhr am Pariser Platz mit einer Auftaktkundgebung, bei der Vertreterinnen des ADFC Berlin sprechen werden. Die Fahrrad-Kreisfahrt führt dann um das Stadtzentrum und endet gegen 16 Uhr am Bundesplatz. Dort findet zeitgleich ein Sommerfest der „Initiative Bundesplatz“ statt, was die Veranstaltung zusätzlich belebt.

Mit der Aktion richtet sich der ADFC Berlin klar an die Politik mit der Frage: „Wie viele Runden möchte sich der Senat noch im Kreisverkehr drehen?“ Ziel ist es, die Verkehrswende in Berlin endlich auf den richtigen Weg zu bringen – mit verbesserter Fahrradinfrastruktur und einem entschleunigten Verkehr, der Menschen statt Autos in den Mittelpunkt stellt.

Die Fahrraddemonstration am 13. September bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich öffentlich für eine nachhaltige und sichere Verkehrspolitik einzusetzen. Der ADFC Berlin lädt Medienvertreterinnen und Medienvertreter herzlich zur Berichterstattung ein.

Warum gute Fahrradpolitik mehr als eine Demo braucht

Die Berliner Fahrrad- und Verkehrspolitik steht aktuell auf der Kippe. Während viele europäische Städte ihre Radverkehrs-Infrastruktur stetig ausbauen und den städtischen Raum zugunsten nachhaltiger Mobilität umgestalten, verläuft die Entwicklung in Berlin weit langsamer – trotz wachsender Erwartungen aus der Bevölkerung. Fahrradpolitik ist hier nicht nur ein Nischenthema, sondern ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität, Sicherheit und Umweltgesundheit in der Hauptstadt.

Der Stockungsprozess beruht auf mehreren Ursachen: Fachleute, Aktivist:innen und Radfahrende kritisieren vor allem die unzureichende Umsetzung der bereits vorhandenen Radverkehrspläne. So ist etwa geplant, für 2025 lediglich einen Bruchteil der benötigten Radwege zu realisieren. Dieser Befund steht im klaren Gegensatz zu europäischen Vorbildern, wo unter anderem durch durchdachte Verkehrsberuhigungskonzepte und einen systematischen Ausbau sicherer Radwege verkehrliche Alternativen zum Auto geschaffen werden.

Berlin im Vergleich: Radverkehr europaweit

Ein Blick auf andere Metropolen zeigt deutliche Unterschiede in der Umsetzung der Verkehrswende:

  • Kopenhagen setzt seit Jahrzehnten konsequent auf ein lückenloses Radwegenetz, das inzwischen die Mehrheit des innerstädtischen Verkehrs für den Weg zur Arbeit ausmacht.
  • Amsterdam kombiniert breite Fahrradstraßen mit umfangreichen Abstellanlagen, die beide dem Radverkehr einen hohen Stellenwert einräumen.
  • Barcelona verfolgt ein Modell aus Tempo-30-Zonen, klar getrennten Radspuren und Verkehrsberuhigung in Wohngebieten.
  • Paris hat mit seiner aggressiven Förderung des Radverkehrs durch temporäre und dauerhafte Umgestaltungen den Autoverkehr sichtbar reduziert.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass eine erfolgreiche Fahrradpolitik mehr als Symbolaktionen oder Demonstrationen braucht. Sie erfordert langfristige Planung, Investitionen und politisches Durchsetzungsvermögen.

Folgen der aktuellen Verkehrspolitik für Bürger:innen

In Berlin führen Verzögerungen und Zurückhaltung bei der Förderung des Radverkehrs zu diversen gesellschaftlichen Problemen:

  • Die Verkehrssicherheit leidet, weil Radfahrer:innen oft gezwungen sind, sich mit unzureichend geschützten oder überfüllten Wegen zu arrangieren.
  • Gesundheitliche Nachteile entstehen, da weniger Menschen auf das Fahrrad umsteigen und damit Bewegung und Luftqualität verbessert würden.
  • Die Lebensqualität in Stadtteilen bleibt eingeschränkt, wenn keine konsequente Verkehrsberuhigung erfolgt, die den Lärm- und Schadstoffausstoß reduziert.

Der Ausbau von Radwegen und die konsequente Einführung von Tempo-30-Zonen sind deshalb nicht nur Maßnahmen für Radfahrer:innen. Sie sind Zukunftsthemen für ein lebenswertes, sicheres und klimafreundliches urbanes Umfeld.

Die aktuelle Diskussion um den Stellenwert des Fahrrads im Berliner Verkehr zeigt, dass sich die öffentliche Wahrnehmung ändert – immer mehr Stadtbewohner:innen möchten sichere Alternativen zum Auto. Trotz Demonstrationen und Protesten lässt die Politik aber die Chancen einer Verkehrswende bisher nur zögerlich zu. Ein Stillstand in der Fahrradpolitik bedeutet damit auch, dass wichtige positive Effekte auf Umwelt, Gesundheit und urbane Mobilität ungenutzt bleiben. Nur durch konsequentes Handeln kann Berlin den Anschluss an führende europäische Städte halten und die Verkehrswende gestalten.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von ADFC Berlin.

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6 Kommentare

  1. ‚Raus aus dem Kreiseln‘ klingt nach einer wichtigen Initiative! Ich hoffe, dass viele Menschen teilnehmen werden. Wie können wir sicherstellen, dass die Stimmen der Radfahrer gehört werden in der Politik?

  2. Ich war bei der letzten Demo und fand es super! Aber ich frage mich, ob solche Aktionen wirklich etwas bewirken können? Hat jemand Ideen, wie wir die Aufmerksamkeit der Politiker besser bekommen können?

  3. Es ist traurig zu sehen, dass andere Städte so viel besser im Ausbau von Radwegen sind. Wir sollten uns echt ein Beispiel an Kopenhagen nehmen! Was denkt ihr über die Unterschiede zur Berliner Politik?

  4. Die Verkehrspolitik in Berlin ist wirklich frustrierend. Ich habe das Gefühl, dass sich nichts bewegt. Die Idee mit den Tempo-30-Zonen finde ich gut, aber was passiert wirklich damit? Gibt es Pläne?

  5. Ich finde es wichtig, dass wir mehr für den Radverkehr tun. Die Zahlen sind erschreckend, nur 17,5 Kilometer Radweg statt 200! Was denkt ihr darüber? Wie kann man den Senat dazu bringen, mehr zu investieren?

    1. Ich stimme dir zu, Ahmet. Der Senat sollte wirklich auf die Bedürfnisse der Radfahrer hören. Vielleicht könnten wir eine Petition starten oder mehr Leute mobilisieren für solche Demos?

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