– Eine verdeckte ADAC-Studie zeigt, dass Autohändler in fast 90 Prozent der Fälle Rabatte gewähren.
– Die höchsten Nachlässe gibt es meist beim ersten Angebot oder auf die erste Nachfrage.
– Die Rabatthöhe variiert stark zwischen Herstellern, von wenigen hundert bis über elftausend Euro.
ADAC-Studie zum Neuwagenkauf: Rabatte im Autohaus sind häufig möglich
Wer einen Neuwagen kaufen will, sollte den ausgewiesenen Listenpreis nach Einschätzung des ADAC nicht vorschnell akzeptieren. Eine verdeckte Untersuchung des Automobilclubs zeigt laut Pressemeldung vom 06.04.2026, dass sich in fast 90 Prozent der Fälle ein Nachlass erzielen ließ. In vielen Gesprächen waren demnach sogar Einsparungen von mehreren tausend Euro möglich.
Die Ergebnisse sind auch deshalb relevant, weil ein neuer Kleinwagen laut ADAC inzwischen im Schnitt mehr als 25.000 Euro kostet. Aus Sicht des Clubs kann sich schon die einfache Frage nach einem Rabatt lohnen.
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Wie der ADAC die Rabattbereitschaft im Autohaus untersucht hat
Für die Untersuchung konfigurierte der ADAC nach eigenen Angaben 14 Fahrzeuge online vor und schickte anschließend Testkäufer mit diesen Angeboten in Autohäuser. Für jedes Modell fanden laut Pressemeldung acht Verkaufsgespräche in unterschiedlichen Regionen Deutschlands statt.
Im Test waren sieben Fahrzeuge mit klassischem Antrieb und sieben E-Autos. Bei den Verbrennern nennt der ADAC Dacia Duster, Mercedes C220d T-Modell, MG ZS+ (hybrid), Peugeot 3008, Renault Clio, Toyota Corolla Touring Sports und VW Golf Variant. Bei den Elektroautos wurden BYD ATTO 2, Fiat Grande Panda, Hyundai INSTER, Leapmotor T03, Skoda Elroq, BMW iX1 und Opel Corsa-e untersucht.
Die aktuelle Förderung für E-Autos blieb laut ADAC bewusst unberücksichtigt. Ziel war es, sichtbar zu machen, welche Preisnachlässe Händler und Hersteller selbst gewähren.
Der größte Spielraum liegt meist am Anfang der Verhandlung
Nach den ADAC-Ergebnissen war bereits im ersten Angebot in mehr als drei Viertel der Fälle proaktiv ein Preisnachlass enthalten. Wo das zunächst nicht geschah, konnte laut Pressemeldung in weiteren 12 Prozent der Fälle auf die erste Nachfrage hin noch ein Rabatt erreicht werden.
Mit jeder weiteren Nachfrage sank die Bereitschaft der Verkäufer jedoch deutlich. Bei einer zweiten Nachfrage ließen sich laut ADAC nur noch 13 Prozent auf eine weitere Reduzierung des Kaufpreises ein. Ganz ohne Wirkung blieb dieser Schritt dennoch nicht: Bei BMW sank der Preis in dieser Phase im Schnitt noch einmal um mehr als 700 Euro, und bei einem Renault-Händler wurde erst dann überhaupt ein Nachlass gewährt.
Bei der dritten Nachfrage waren laut ADAC nur noch sechs Prozent der Verkäufer zu einem weiteren Rabatt bereit. Meist blieben die zusätzlichen Beträge eher klein, auch wenn es in zwei Fällen noch Reduktionen von mehr als 1.000 Euro gegeben haben soll. Für Kaufinteressierte ergibt sich daraus aus Sicht des Clubs ein klares Bild: Nachfragen lohnt sich oft, der größte Verhandlungsspielraum liegt aber meist früh im Gespräch.
Große Unterschiede zwischen Marken und Modellen
Wie hoch ein Neuwagen-Rabatt ausfällt, hängt laut ADAC stark von Marke, Fahrzeugklasse und Vertriebsstrategie ab. Besonders auffällig waren in der Untersuchung Mercedes-Benz und BYD. Mercedes wies bereits im Online-Konfigurator einen nicht näher definierten Nachlass von gut 5.000 Euro aus. BYD warb online sogar mit einem Abzug von über 15.000 Euro. Darin enthalten waren laut ADAC allerdings 6.000 Euro als maximale Förderung für Elektroautos, die nicht jeder Käufer in Anspruch nehmen könne. Die im Konfigurator sichtbaren Rabatte wurden vor Ort laut ADAC durchgängig bestätigt.
Auch die Spannweite zwischen den Marken fiel deutlich aus. Bei Leapmotor lag die durchschnittliche Rabatthöhe laut Pressemeldung bei nur 243 Euro. Bei BMW wurde der Kaufpreis dagegen um mehr als 11.000 Euro reduziert. Der ADAC führt diese Unterschiede auf verschiedene Vertriebsstrategien und die jeweilige Fahrzeugklasse zurück.
So war der Leapmotor T03 mit einem Listenpreis von 18.900 Euro das günstigste Fahrzeug im Testfeld. Der konfigurierte BMW iX1 lag laut Pressemeldung bereits bei mehr als 62.000 Euro und war zudem mit umfangreicher Sonderausstattung versehen. Nach ADAC-Sicht zeigt sich damit, dass sich Rabatte nicht ohne Weiteres von einem Modell auf ein anderes übertragen lassen.
Händler derselben Marke bieten teils sehr unterschiedliche Konditionen
Für den ADAC ist auch der Vergleich mehrerer Autohäuser ein wichtiger Punkt. Die Untersuchung zeigt laut Pressemeldung, dass sich die Angebote selbst innerhalb derselben Marke teils deutlich unterscheiden können.
Bei Toyota lag die sogenannte Rabattspanne in der Untersuchung bei mehr als 21 Prozentpunkten. Gemeint ist die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten gewährten Nachlass. Deutlich kleiner fiel diese Spanne bei Mercedes aus, wo laut ADAC nur der vom Hersteller vorgegebene Rabatt gewährt wurde. Auch bei BYD mit 2,4 Prozentpunkten und Renault mit 3 Prozentpunkten waren die Unterschiede geringer.
Aus Sicht des Clubs ist das für den Autokauf besonders relevant: Dort, wo Händler eigenständig mehr Spielraum haben, kann der Vergleich mehrerer Standorte derselben Marke bares Geld sparen. Wo Preisnachlässe stärker vorgegeben sind, fällt dieser Vorteil kleiner aus.
ADAC-Botschaft zum Neuwagenkauf
Die Kernaussage der Untersuchung ist klar: Beim Neuwagenkauf lohnt es sich häufig, den Preis im Autohaus zu verhandeln. Die ADAC-Daten deuten darauf hin, dass Nachlässe oft schon ohne größere Verhandlung angeboten werden und eine gezielte Nachfrage in vielen Fällen zusätzliches Sparpotenzial eröffnet.
Zugleich macht die Studie deutlich, dass der Spielraum je nach Marke, Modell und Vertriebssystem sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wer einen Neuwagen kaufen will, hat damit nach ADAC-Sicht gute Chancen auf einen Rabatt – sollte den Listenpreis also nicht als festen Endpreis verstehen.
Die hier bereitgestellten Informationen und Erkenntnisse stammen aus einer offiziellen Pressemitteilung des ADAC e.V.
Weiterführende Quellen:
- „Ab 2026 kehren VW-Händler in Deutschland zum klassischen Vertriebsmodell zurück, was geringere Margen bei E-Autos impliziert und Rabattspielräume einschränkt.“ – Quelle: https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/rabatte-beim-autokauf-diesen-spielraum-gibt-es-ab-2026-bei-vw/
- „Volkswagen bietet im Rahmen der ID.Kaufprämie 2026 Rabatte bis 10.000 Euro auf E-Autos, kombinierbar mit Förderung.“ – Quelle: https://www.chip.de/news/auto-fahrrad/doppelt-geld-sparen-autobauer-liefern-sich-rabattschlacht-zusaetzlich-zur-foerderung_dc9836de-5699-42f7-98fd-91bf6ed688ef.html
- „Nissan bietet bis 31. März 2026 einen Bonus, der Preise z. B. beim X-Trail um 7.510 Euro und Qashqai um 7.785 Euro senkt, kombinierbar mit Förderung.“ – Quelle: https://www.chip.de/news/auto-fahrrad/doppelt-geld-sparen-autobauer-liefern-sich-rabattschlacht-zusaetzlich-zur-foerderung_dc9836de-5699-42f7-98fd-91bf6ed688ef.html
- „Smart gewährt ab 1. Februar 2026 Sondernachlässe von 6.000 Euro auf #1/#3 (Privatkunden 5.042,02 Euro), kombinierbar mit Förderung.“ – Quelle: https://www.chip.de/news/auto-fahrrad/doppelt-geld-sparen-autobauer-liefern-sich-rabattschlacht-zusaetzlich-zur-foerderung_dc9836de-5699-42f7-98fd-91bf6ed688ef.html
- „Bei Neuwagenkäufen sind Rabatte von 10–25 % realistisch, bei Lagerfahrzeugen 15–20 %, abhängig von Marke und Saisonalität (Stand: 2026).“ – Quelle: https://blog.carspector.de/rabatt-beim-autokauf-wie-viel-ist-realistisch/
- „Im Schnitt 19 % Nachlass bei E-Autos, 23 % bei Verbrennern; Plug-in-Hybride/Verbrenner +5 Prozentpunkte vs. Vorjahr (Stand: 2026).“ – Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/neuwagen-kauf-ohne-rabatte-geht-es-nicht/
Update: Warum das Thema wichtig bleibt
Rabatte beim Neuwagenkauf sind mehr als eine „Sparchance“. Laut ADAC zeigt die verdeckte Untersuchung, dass in fast 90 Prozent der Fälle ein Nachlass erreichbar war und Einsparungen teils mehrere tausend Euro betragen konnten. Das betrifft besonders, weil ein Kleinwagen inzwischen im Schnitt über 25.000 Euro kostet und der Listenpreis damit schnell zum realen Budgetfaktor wird.
Für Käuferinnen und Käufer heißt das: Verstehen und Nutzen der Gesprächsdynamik kann bares Geld bringen. Gleichzeitig wird für Händler, Hersteller und deren Vertrieb wichtig, dass Preisnachlässe stark variieren – zwischen Marken, Modellen und sogar innerhalb derselben Marke. Für den Handel kann das bedeuten: Angebote werden nicht nur über Listenwerte wahrgenommen, sondern auch über die verhandelten Endkonditionen.
Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten
Sollte ich den Listenpreis im Autohaus sofort als Endpreis ansehen?
Nein. Der ADAC fand in fast 90 Prozent der Fälle einen Nachlass, der laut Studie auch vor Ort erreichbar war.
Wann bringt meine Nachfrage am ehesten etwas?
Am Anfang des Verkaufsgesprächs: Laut ADAC war im ersten Angebot in vielen Fällen schon ein Preisnachlass enthalten, und in weiteren Fällen kam er erst auf die erste Nachfrage.
Lohnt es sich, mehrere Händler oder Standorte derselben Marke zu vergleichen?
Ja, besonders wenn die Rabattspanne innerhalb einer Marke groß ist. Der ADAC zeigt bei manchen Marken deutliche Unterschiede zwischen Autohäusern.
Warum unterscheiden sich Rabatte so stark zwischen Modellen und Marken?
Nach ADAC hängt das von Vertriebsstrategie und Fahrzeugklasse ab. Ein Modell lässt sich oft nicht 1:1 auf ein anderes übertragen.