Wer Anfang Juli in den Urlaub startet, trifft auf Straßen, die schon kurz nach dem Ferienbeginn dicht werden können. Für das Wochenende vom 3. bis 5. Juli 2026 rechnet der ADAC mit besonders viel Verkehr auf vielen Autobahnen.
Der Grund liegt nicht nur im Reiseaufkommen selbst: In sechs weiteren Bundesländern beginnen dann die Sommerferien – in Niedersachsen, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind Urlauber bereits unterwegs, zugleich starten auch in mehreren Nachbarländern die Ferien. Das verdichtet den Verkehr auf den Fernstraßen zusätzlich.
Freitag und Samstag dürften die engsten Zeitfenster sein
Vor allem am Freitagnachmittag erwartet der ADAC eine spürbare Zunahme des Reiseverkehrs. Besonders stark belastet dürften die Strecken in Richtung Süden sowie die Routen zur Nord- und Ostsee sein.
Am Samstagvormittag kommt bei gutem Wetter der Ausflugsverkehr hinzu. Dann dürften sich nach der Prognose auch die Wege in die Alpen, ins Mittelgebirge und an die Küsten füllen. Am Samstag- und Sonntagabend ist zusätzlich mit Rückreiseverkehr aus Naherholungsgebieten zu rechnen.
Auch die Autobahn GmbH hatte kurz vor dem Ferienstart auf eine hohe Belastung mehrerer Hauptreiserouten hingewiesen. Genannt wurden unter anderem die A3, A5, A7, A8 und A9 sowie die Achsen A1, A7 und A20.
Baustellen, Festivals und Grenzkontrollen verstärken den Druck
Der Ferienverkehr ist nur ein Teil des Problems. Bundesweit gibt es rund 1.050 Autobahnbaustellen, die den Verkehrsfluss zusätzlich bremsen. Dazu kommen einzelne Großveranstaltungen: rund um den Norisring in Nürnberg wegen des DTM-Rennens von Freitag bis Sonntag, beim Splash!-Festival in Ferropolis bei Leipzig und bei der Fahrradsternfahrt im Ruhrgebiet, wo am Samstag zeitweise Straßensperrungen möglich sind.
Auf internationalen Routen dürfte es ebenfalls eng bleiben. In Österreich nennt der ADAC vor allem die Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie die Fernpass-Route. Auf der Brennerautobahn wirken sich die Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke weiter aus. In der Schweiz gilt die Gotthard-Route als größter Engpass, daneben sind die Autobahnen zwischen Bern, Zürich und Chur stark belastet. In Italien stockt der Verkehr vor allem auf der Brennerautobahn sowie auf den Zufahrten nach Mailand und Genua.
Bei der Einreise nach Deutschland können zusätzlich Wartezeiten entstehen, weil die Grenzkontrollen weiter gelten. Die EU-Kommission hat die Verlängerung der Binnengrenzkontrollen bis zum 15. September 2026 bestätigt.
Diese Fernstraßen sind besonders staugefährdet
Wer in den Süden fährt oder große Ballungsräume quert, sollte vor allem auf diesen Strecken mehr Zeit einplanen:
- A1 zwischen Köln, Dortmund, Münster, Bremen, Hamburg und Lübeck
- A2 von Oberhausen über Dortmund und Hannover zum Berliner Ring
- A3 auf den Abschnitten Oberhausen – Köln – Frankfurt sowie Passau – Linz
- A5 zwischen Frankfurt, Karlsruhe und Basel
- A6 von Mannheim über Heilbronn nach Nürnberg
- A7 von Hamburg über Hannover und Kassel sowie von Ulm nach Füssen/Reutte
- A8 von Karlsruhe über Stuttgart und München nach Salzburg
- A9 von Berlin über Halle/Leipzig und Nürnberg nach München
- A10 Berliner Ring, A24 Hamburg – Berliner Ring, A81 Singen – Stuttgart, A93 Inntaldreieck – Kufstein, A95 München – Garmisch-Partenkirchen und A99 Münchner Autobahnring
Zusätzlich sind auf mehreren Strecken Abfahrtssperren geplant, damit Ausweichverkehr nicht durch Ortschaften rollt. Betroffen sind unter anderem die A7 im Landkreis Ostallgäu, die A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie die A93 und die Bundesstraßen B2 und B23 im Raum Garmisch-Partenkirchen. In Tirol sind an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen auf zahlreichen Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land, Kufstein, Imst und Reutte Ausweichfahrten auf das nachgeordnete Straßennetz ebenfalls untersagt.
Die Belastung reicht über das Wochenende hinaus
Die Stauprognose beschreibt eine besonders belastete Reisephase, ist aber keine exakte Vorhersage für jeden Kilometer. Wetter, Unfälle, kurzfristige Baustellen oder spontaner Ausweichverkehr können die Lage schnell verändern. Wer flexibel reist, dürfte vor allem mit Blick auf Freitagabend und das Wochenende besser durchkommen.
Für den weiteren Juli rechnet die Autobahn GmbH bereits mit zusätzlicher Belastung. In ihrer Staurisikokarte für den Zeitraum vom 6. bis 19. Juli sind unter anderem Abschnitte der A3, A5, A7, A93 und A96 als Hotspots markiert. Der erste Ferienansturm ist damit eher der Auftakt einer längeren Phase mit dichtem Verkehr.
Quellen
Autobahn GmbH: Stark belastete Fernstraßen an den Juli-Wochenenden
EU-Kommission: Verlängerung der Binnengrenzkontrollen bis 15. September 2026