ADAC-Prognose 2025: Zahl der Verkehrstoten steigt leicht – Regierungsziel in Gefahr

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Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wird laut einer ADAC-Prognose für das Jahr 2025 leicht auf etwa 2.780 steigen. Damit droht das nationale Ziel, die Zahl der Getöteten bis 2030 deutlich zu senken, verfehlt zu werden. Besorgniserregend ist, dass voraussichtlich mehr Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrende ums Leben kommen werden.

Inhaltsverzeichnis

– ADAC prognostiziert für 2025 leichten Anstieg der Verkehrstoten auf 2.780 Personen.
– Mehr Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrer werden voraussichtlich tödlich verunglücken.
– Das Ziel, Verkehrstote bis 2030 um 40 Prozent zu senken, wird voraussichtlich verfehlt.

ADAC-Prognose 2025: Leichter Anstieg der Verkehrstoten erwartet

Der ADAC rechnet für das Jahr 2025 mit einem leichten Anstieg der Zahl der Verkehrstoten in Deutschland. Nach einer Prognose des Mobilitätsclubs werden in diesem Jahr 2.780 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Das sind zehn Todesopfer mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozent (Stand: 29.12.2025, ADAC-Pressemitteilung)*.

Die Gesamtzahl der Verunglückten wird dagegen voraussichtlich leicht sinken. Für 2025 prognostiziert der ADAC etwa 364.000 Verunglückte, nach 367.768 im Jahr 2024 – ein Minus von etwa 1,0 Prozent*. Auch die Zahl der polizeilich aufgenommenen Unfälle soll von 2.512.746 auf rund 2.493.000 zurückgehen, was einem Rückgang von 0,8 Prozent entspricht. Nahezu unverändert dürfte dagegen die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sein: 2024 waren es 290.706, für dieses Jahr rechnet der ADAC mit rund 290.000 Unfällen – ein Minus von 0,2 Prozent.

Die Entwicklung verläuft innerhalb der Verkehrsteilnehmergruppen unterschiedlich. Während weniger Motorradfahrer und fast genauso viele Pkw-Insassen wie im Vorjahr tödlich verunglücken werden, ist absehbar, dass in diesem Jahr mehr Fußgänger, Radfahrer und Fahrer von E-Scootern sterben werden. Ein besorgniserregender Trend bleibt die hohe Zahl von Alleinunfällen: Der Anteil der Getöteten im Straßenverkehr, die ohne einen Konflikt mit anderen Verkehrsteilnehmern bei Alleinunfällen ums Leben gekommen sind, liegt inzwischen bei mehr als einem Drittel.

Der ADAC sieht das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2021 und 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, in Gefahr. Laut ADAC zeichnet sich ab, dass das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2021 und 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, verfehlt werden wird. Als Lösungsansatz fordert der Club ein umfassendes Maßnahmenpaket. Der ADAC setzt bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit auf ein Zusammenspiel aus Fahrausbildung und Fahreignung, Fahrzeugsicherheit und Verkehrsinfrastruktur sowie Kontrollen und Sanktionen. Besonders hervorgehoben wird das begleitete Fahren ab 17, das nachweislich dem Anfängerrisiko entgegenwirkt. Zudem unterstützt der ADAC die Aktion #mehrAchtung des Bundesverkehrsministeriums für ein rücksichtsvolleres Miteinander im Straßenverkehr.

Offizielle Statistiken zeigen ein differenziertes Bild

Die Prognose des ADAC für das Jahr 2025 ist eine von mehreren aktuellen Einschätzungen. Verschiedene Behörden und Institute liefern mit ihren Daten ein umfassenderes und teils abweichungsreiches Bild der Verkehrssicherheitslage. Die Zahlen basieren auf unterschiedlichen Erhebungsmethoden und Prognosezeiträumen.

Kurzfristige Daten (Januar–Oktober 2025)

Ein erster Blick auf die polizeilich erfassten Daten bis Oktober 2025 zeigt eine gemischte Entwicklung. Von Januar bis Oktober 2025 registrierte die Polizei 2,07 Millionen Straßenverkehrsunfälle*, ein leichter Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Stand: Dezember 2025, laut Statistischem Bundesamt). Bei den schwerwiegenden Unfällen zeichnet sich jedoch ein anderer Trend ab: Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden lag in diesen zehn Monaten bei 248.800*. Die vorläufige Zahl der Getöteten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Personen auf 2.371* (Stand: Dezember 2025, laut Statistischem Bundesamt).

Einzelne Monate verstärken diesen Eindruck. So gab es im Oktober 2025 nach Medienberichten 222 Verkehrstote*, neun mehr als im Oktober des Vorjahres. Gleichzeitig wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 309.500 Verletzte* gezählt, was einem Rückgang von einem Prozent oder 3.000 Personen entspricht (Stand: Dezember 2025).

Prognosen und Bereichswerte 2025

Eine frühere Prognose der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) vom September 2025 rechnete mit anderen Gesamtwerten. Sie ging für das Gesamtjahr von etwa 2,52 Millionen polizeilich erfassten Unfällen* aus. Bei Unfällen mit Personenschaden prognostizierte die BAST einen Anstieg um zwei Prozent auf 296.000* (2024: 290.700). Die Zahl der Verunglückten sollte demnach ebenfalls um zwei Prozent auf 373.000* steigen (Stand: September 2025). Als Grund für eine mögliche Zunahme nannte die BAST eine steigende Gesamtfahrleistung, die 2025 voraussichtlich um 0,7 Prozent auf etwa 729 Milliarden Fahrzeugkilometer* anwachsen würde (Stand: September 2025).

Eine andere Schätzung für das Gesamtjahr 2025 kommt vom Statistischen Bundesamt. Nach dessen Berechnungen werden im Jahr 2025 voraussichtlich rund 2.810 Menschen* bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Im Vergleich zu 2.770 Todesopfern im Jahr 2024* wäre dies ein spürbarer Anstieg (Stand: Dezember 2025).

Die Abweichungen zwischen den verschiedenen Prognosen verdeutlichen, wie schwierig die präzise Vorhersage von Unfallzahlen ist. Sie hängen von der Datengrundlage, dem Prognosezeitpunkt und der jeweiligen Modellierung ab.

Vergleich der Todeszahlen 2024/2025 Wert 2024 Wert 2025 (Prognose/Schätzung) Quelle / Stand
ADAC 2.770 2.780 ADAC-Prognose, Stand: Dezember 2025
Statistisches Bundesamt (Destatis) 2.770 2.810 Destatis-Schätzung, Stand: Dezember 2025
Polizeiliche Erfassung (Jan–Okt) 2.360 (Jan–Okt 2024) 2.371 (Jan–Okt 2025) Destatis, Stand: Dezember 2025

Was treibt die Unfallzahlen?

Die leichte Zunahme der Verkehrstoten im Jahr 2025 wirft die Frage nach den zugrundeliegenden Ursachen auf. Eine Analyse der verfügbaren Daten zeigt ein komplexes Bild aus mehreren Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Ein naheliegender Erklärungsansatz ist die schlichte Zunahme des Verkehrsaufkommens. Mehr Fahrzeuge auf den Straßen bedeuten rein rechnerisch ein höheres Risiko für Zwischenfälle. Die Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge in Deutschland stieg im Jahr 2025 um 0,7 Prozent auf rund 729 Milliarden Fahrzeugkilometer (Stand: September 2025)*. Diese erhöhte Exposition bildet eine Grundlage, auf der sich Unfallzahlen entwickeln.

Mehr Verkehr — mehr Risiko?

Die Entwicklung der Unfallzahlen verläuft jedoch nicht linear zur Fahrleistung. Die polizeiliche Unfallstatistik für die ersten zehn Monate des Jahres 2025 verzeichnete 2,07 Millionen Unfälle, davon 248.800 mit Personenschaden (Stand: Dezember 2025)*. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass neben der reinen Verkehrsmenge weitere Einflüsse wirksam werden. Die erhöhte Fahrleistung schafft mehr Gelegenheiten für Konflikte, insbesondere in städtischen Ballungsräumen und auf stark frequentierten Strecken.

Monatsschwankungen und neue Gefährdungen

Ein genauerer Blick auf Einzelmonate offenbart erhebliche Schwankungen, die saisonale Effekte und möglicherweise veränderte Gefahrenlagen widerspiegeln. So stieg die Zahl der Verkehrstoten im Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Nach vorläufigen Angaben kamen in diesem Monat 222 Menschen ums Leben, und 30.500 Personen wurden verletzt (Stand: Dezember 2025)*. Solche monatlichen Ausschläge können auf Witterungsbedingungen, verändertes Freizeitverhalten oder spezifische Risikogruppen hinweisen.

Hinzu kommen strukturelle Verschiebungen im Unfallgeschehen. Unabhängige Prognosen weisen darauf hin, dass die Zahl der getöteten Fußgänger, Radfahrer und Fahrer von E-Scootern zunimmt. Diese sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmer sind im dichten Stadtverkehr besonderen Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Alleinunfälle, also Unfälle ohne Beteiligung anderer, auf einem konstant hohen Niveau. Diese Entwicklung unterstreicht, dass Fahrfehler, Ablenkung oder überhöhte Geschwindigkeit weiterhin zentrale Ursachen darstellen. Die Datenfolge von den kumulierten Werten des Jahresverlaufs über die Monatsdaten bis hin zu den prognostizierten Jahreswerten zeigt eine Verkehrssicherheitslage, die von mehreren, teils gegenläufigen Trends geprägt ist.

Mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr: So schützen Sie sich und andere

Die Entwicklungen auf deutschen Straßen wirken sich unmittelbar auf den Alltag aller Verkehrsteilnehmenden aus. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Menschen wird laut Prognosen im Jahr 2025 leicht steigen*; der ADAC geht von insgesamt 2.780 Todesfällen aus (im Vergleich zu 2.770 im Jahr 2024)*. Für den Einzelnen bedeutet das, die eigene Aufmerksamkeit zu schärfen und defensive Verhaltensweisen zu verinnerlichen. Sicherheit im Straßenverkehr entsteht nicht von allein, sondern ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen.

Ein zentraler Punkt ist die eigene Verantwortung. Der ADAC weist darauf hin, dass mehr als ein Drittel aller tödlichen Unfälle sogenannte Alleinunfälle sind – also Kollisionen ohne Beteiligung anderer*. Diese Zahl unterstreicht, wie entscheidend die eigene Fahrweise, Geschwindigkeitswahl und Konzentration sind. Unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel gilt: Ablenkung, etwa durch das Smartphone, oder Selbstüberschätzung können fatale Folgen haben. Die Sicherheitsphilosophie muss daher bei jedem selbst beginnen.

Drei konkrete Tipps für mehr Sicherheit im Alltag

Um im täglichen Verkehrsgeschehen besser geschützt zu sein, helfen bereits einfache Maßnahmen. Diese drei Praxistipps erhöhen Ihre Sicherheit und die der anderen:

  • Kreuzungen und Einmündungen mit besonderer Vorsicht passieren. Hier treffen die Wege aller Verkehrsteilnehmer aufeinander. Reduzieren Sie als Autofahrende die Geschwindigkeit, machen Sie als Radfahrende durch Blickkontakt auf sich aufmerksam und queren Sie als Fußgänger die Straße nie unvermittelt.
  • Sichtbarkeit aktiv erhöhen. Besonders in der Dämmerung, bei Nacht oder schlechtem Wetter ist dies lebenswichtig. Tragen Sie helle oder reflektierende Kleidung, nutzen Sie funktionierende Lichtanlagen am Fahrrad oder E-Scooter und achten Sie als Autofahrer auf saubere Scheinwerfer.
  • Defensiv und vorausschauend fahren. Rechnen Sie stets mit Fehlern anderer. Halten Sie ausreichend Abstand, passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Sicht- und Straßenverhältnissen an und vermeiden Sie jede Form von aggressivem Fahrverhalten. Diese Haltung schafft Puffer für unvorhergesehene Situationen.

Die Aufforderung zu einem „verkehrsmittelübergreifend rücksichtsvollen Verhalten im Straßenverkehr“, die der ADAC unterstützt, ist mehr als ein Appell. Sie ist eine praktische Handlungsmaxime für jeden Tag. Indem wir uns unserer eigenen Verletzlichkeit und der der anderen bewusst werden, tragen wir aktiv dazu bei, dass die Straßen für alle sicherer werden. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um gemeinsame Verantwortung. Jede achtsame Entscheidung hinter dem Steuer, am Lenker oder zu Fuß ist ein Beitrag zu mehr Sicherheit für uns alle.

Woran sich die Verkehrssicherheit künftig messen lässt

Die aktuellen Zahlen zeigen eine stagnierende Entwicklung bei der Verkehrssicherheit. Verschiedene Prognosen für 2025 deuten auf eine leicht steigende oder nahezu unveränderte Zahl an Verkehrstoten hin. Der ADAC erwartet einen Anstieg auf 2.780 Getötete *, während andere Schätzungen, etwa von Destatis, von 2.810 Toten * ausgehen. Diese Differenz unterstreicht, dass die endgültigen, offiziellen Jahreszahlen des Statistischen Bundesamtes abzuwarten sind. Sie bilden die verbindliche Grundlage für jede Bewertung.

Für eine aussagekräftige Trendbeobachtung reicht der alleinige Blick auf die absolute Zahl der Verkehrstoten nicht aus. Entscheidend sind Kontrollgrößen, die das Gesamtbild schärfen. Dazu zählen die polizeilich erfassten Unfälle mit Personenschaden, die Gesamtfahrleistung aller Verkehrsteilnehmer sowie die detaillierte Betrachtung nach Verkehrsmitteln und Unfallursachen. Datenquellen wie die regelmäßigen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) und der polizeilichen Monatsberichte bieten hierfür die notwendige Transparenz.

Die Entwicklung macht deutlich, dass das formulierte Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu senken, in Gefahr ist. Nach einem pandemiebedingten Rückgang haben sich die Werte auf einem hohen Niveau eingependelt. Der ADAC betont, dass mehr als ein Drittel der Getöteten bei Alleinunfällen ohne Beteiligung anderer sterben – ein klares Indiz für die eigene Verantwortung jedes Einzelnen im Straßenverkehr.

Die Verbesserung der Sicherheit erfordert ein konsequentes Zusammenspiel aller Maßnahmen: von einer modernen Fahrausbildung und technischer Fahrzeugsicherheit über eine sichere Infrastruktur bis hin zu wirksamen Kontrollen. Letztlich entscheidet ein rücksichtsvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer über Leben und Tod. Politik, Verbände und jeder Einzelne sind gleichermaßen gefordert, diese negative Trendwende zu durchbrechen.

Die folgenden Angaben und Prognosen basieren auf einer Pressemitteilung des ADAC e.V.

Weiterführende Quellen:

8 Antworten

  1. „Mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr“ ist wichtig! Ich glaube, dass alle Fahrer ihre Verantwortung ernst nehmen sollten.

  2. „Alleinunfälle“ sind ein großes Problem. Was können wir tun, um das Bewusstsein dafür zu schärfen? Ich denke an Kampagnen.

  3. Die Daten sind wirklich schockierend. Ich glaube, dass sich jeder bewusst sein muss, wie gefährlich der Verkehr sein kann.

  4. Ich habe die Zahlen gelesen und finde sie alarmierend. Es scheint, dass viele Menschen immer noch rücksichtslos fahren. Wie können wir das ändern?

  5. Ich finde die Prognose über den Anstieg der Verkehrstoten sehr besorgniserregend. Was kann man tun, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen? Ich denke, mehr Aufklärung wäre wichtig.

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