– Der ADAC rät zu Winterreifen und angepasster Fahrweise bei winterlichen Straßenverhältnissen.
– Bei extremen Bedingungen wie Blitzeis sollten Fahrten verschoben werden.
– Die ADAC Pannenhilfe verzeichnete zu Jahresbeginn 2026 deutlich mehr Einsätze.
Wintersicherheit auf Autobahnen: ADAC gibt wichtige Verhaltensempfehlungen bei Schnee und Eis
Der anstehende Winter bringt mit sicheren Temperaturen bis zu minus 15 Grad Celsius erhebliche Herausforderungen für Autofahrerinnen und Autofahrer. Laut ADAC sorgen Glätte, Schnee und eisige Verhältnisse in den kommenden Tagen auf Autobahnen und Straßen für erschwerte Bedingungen*. Um Unfälle und Pannen zu vermeiden, empfiehlt der Club eine gründliche Vorbereitung und eine angepasste Fahrweise.
„Damit Autofahrerinnen und Autofahrer sicher durch die winterlichen Bedingungen kommen, rät der ADAC zu gründlicher Vorbereitung und angepasster Fahrweise, um sicher ans Ziel zu kommen,“ heißt es in der aktuellen Meldung. In extremen Situationen sollten Fahrten nach Möglichkeit verschoben werden, um Risiken zu minimieren.
Vor dem Start ist es essentiell, das Fahrzeug vollständig von Schnee und Eis zu befreien. Nur so bleibe die Sicht frei, und andere Verkehrsteilnehmer würden nicht durch herabfallende Schneereste gefährdet. Hierbei sind Eiskratzer und Schneebesen unverzichtbar zur Winterausrüstung.
Für winterliche Straßenverhältnisse gilt: Fahrerinnen und Fahrer sollten auf geeignete Reifen achten. „Wer jetzt mit dem Auto unterwegs sein möchte, braucht Winter- oder geeignete Ganzjahresreifen, im Idealfall mit einer Profiltiefe von mindestens vier mm,“ so die Empfehlung. Das Nichtbeachten der situativen Winterreifenpflicht kann nicht nur die Sicherheit gefährden, sondern auch Bußgelder nach sich ziehen.
Die Fahrweise muss bei winterlichen Bedingungen ebenfalls sorgfältig angepasst werden:
- „Besonders bei Schneefall oder vereisten Fahrbahnen gilt: nur so schnell fahren, wie das Fahrzeug sicher beherrscht werden kann. Zudem sollte der Abstand zum Vorausfahrenden großzügig bemessen sein,“ erklärt der ADAC.
- Die Geschwindigkeit ist stets an die aktuellen Straßenverhältnisse anzupassen. Bei Sicht unter 50 Metern, etwa bei starkem Schneefall, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
- Niedertouriges Fahren und sanfte Lenk- sowie Bremsbewegungen verbessern die Kontrolle auf Eis und Schnee. Zudem hilft eine kurze Bremsprobe auf sicherer Strecke, den verlängerten Bremsweg bei Glätte zu spüren.
In Fällen von extremen Wetterlagen wie Blizzards, Eisregen oder Blitzeis rät der ADAC, das Fahrzeug stehen zu lassen. Fahrten sollten erst nach Räumung oder Salzstreuung durch den Winterdienst unternommen werden.
Die aktuellen Winterverhältnisse wirken sich auch auf die Pannenhilfe aus. Die ADAC-Gelben Engel meldeten in der ersten Januarwoche (1. bis 7. Januar 2026) 96.487 Einsätze*, was eine Steigerung um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (83.551 Einsätze) bedeutet. Am stärksten war die Auslastung am Montag, 5. Januar 2026, mit 20.516 Einsätzen.
Autofahrerinnen und Autofahrer sollten deshalb besonders vorsichtig unterwegs sein und die Hinweise des ADAC befolgen, um sicher durch die winterliche Zeit zu kommen. Informationen und Unterstützung sind rund um die Uhr unter der Telefonnummer 089 20204000 sowie digital verfügbar.
Quelle der Pressemeldung: ADAC e.V. (Stand: 08.01.2026)
Rechtlicher Rahmen für Winterreifen: Vorgaben, Normen und Entwicklungen
Die gesetzliche Regelung zur Winterbereifung in Deutschland basiert auf der Straßenverkehrsordnung (StVO) und hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Seit Juli 2023 gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht, die bei winterlichen Verhältnissen eine geeignete Bereifung verlangt. Diese Regelung ist im § 2 Abs. 3a der StVO verankert und schreibt vor, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen, beispielsweise Schnee, Eis oder Reifglätte, mit geeigneten Reifen zu fahren ist (Stand: 07/2023)*.
Neben der rechtlichen Verpflichtung spielt die Fahrzeugausrüstung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit im Winter. Im Rahmen der technischen Normen gilt seit November 2024 eine wichtige Veränderung: Für Winterreifen ist nun ausschließlich noch das Alpine-Symbol (⛄) auf der Seitenwand anerkannt. Reifen mit M+S-Kennzeichnung, die seit 2018 für Neureifen nicht mehr als Winterreifen gelten, erfüllen diese normativen Vorgaben nicht mehr (Stand: 11/2024)*. Diese Umstellung soll die Qualität und die Sicherheit von Winterreifen erhöhen, da das Alpine-Symbol auf eine geprüfte, wintertaugliche Profilgestaltung hinweist.
Der Gesetzgeber reagierte auch auf die Sanktionierung bei Verstößen: Nach § 1 der Bußgeldkatalog-Verordnung muss bei Fahren ohne geeignete Bereifung mit einem Bußgeld von 60 Euro, einem Punkt in Flensburg und einer Verwarnung gerechnet werden. In Fällen, in denen das Fahrzeug durch ungeeignete Reifen andere Verkehrsteilnehmer behindert, gefährdet oder es zu einem Unfall kommt, können Bußgelder bis zu 120 Euro verhängt werden (Stand: 01/2024)*.
Zeitliche Entwicklung der rechtlichen Vorgaben und Kennzeichnungen
| Jahr | Maßnahme/Änderung | Kurzbeschreibung | Quelle/Stand |
|---|---|---|---|
| 2023 | Einführung der situativen Reifepflicht | Gesetzliche Regelung fordert bei winterlichen Verhältnissen geeignete Bereifung | (Stand: 07/2023)* |
| 2024 | Umstellung auf Alpine-Symbol | Winterreifen müssen das Alpine-Symbol tragen; M+S-Reifen seit 2018 nicht mehr ausreichend | (Stand: 11/2024)* |
Diese Entwicklung zeigt, dass die Vorschriften für Winterreifen in Deutschland kontinuierlich verschärft wurden. Während die Pflichten zunächst nur auf die situative Verwendung abzielten, wurde durch die Kennzeichnung mit dem Alpine-Symbol die Qualität transparent verbessert. Das Ziel ist, die Verkehrssicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen dauerhaft zu erhöhen und die Fahrzeugtechnik an moderne Standards anzupassen.
Die Einhaltung dieser Normen und Vorgaben schützt Fahrerinnen und Fahrer vor Bußgeldern und sorgt für mehr Sicherheit auf winterlichen Straßen. Es empfiehlt sich, insbesondere bei Schneefall und vereisten Fahrbahnen, die Fahrweise entsprechend anzupassen, ausreichend Abstand zu halten und auf eine stabile Bereifung zu achten. So lässt sich das Risiko von Pannen, Bußgeldern und Unfällen deutlich minimieren.
Praxiswissen: Reifenwahl, Bremswege und Checks vor Fahrtbeginn
Bei winterlichen Straßenverhältnissen spielt die richtige Reifenwahl eine entscheidende Rolle für die Sicherheit im Verkehr. Ganzjahresreifen weisen bei Schnee und Eis längere Bremswege auf als spezielle Winterreifen*. Nach einer Untersuchung der TU Dresden (Stand: November 2023) zeigen Ganzjahresreifen auf Schneebelag bei minus 2 °C Bremswege, die je nach Produkt um 10 bis 20 Prozent länger sind als die von aktuellen Premium-Winterreifen*.
Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent im Pkw-Ersatzgeschäft in Deutschland (Stand: April 2024)* sind Ganzjahresreifen hierzulande weit verbreitet. Während sie praktische Vorteile bieten, sind sie bei extremen winterlichen Bedingungen weniger sicher. Für Autofahrerinnen und -fahrer ist es deshalb essenziell, vor Fahrtantritt einige zentrale Checks durchzuführen, um Risiken zu minimieren.
Ganzjahres- vs. Winterreifen: Was die Forschung sagt
Spezielle Winterreifen weisen bei winterlichen Bedingungen grundsätzlich kürzere Bremswege auf*.
Trotzdem entscheiden sich viele Nutzerinnen und Nutzer für die alltagstaugliche Variante. Laut Verkehrsrecht gilt bei Verstoß gegen die situative Winterreifenpflicht ein Bußgeld von bis zu 120 Euro sowie Punkte in Flensburg.
Praktische Checks vor Fahrtantritt
Um die Sicherheit auf winterlichen Straßen zu erhöhen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Hier eine kurze Liste der wichtigsten Kontrollen, die sofort umgesetzt werden können:
- Sicht freiräumen: Scheiben, Spiegel und Lichtanlagen von Schnee und Eis befreien
- Profiltiefe prüfen: Mindestens vier Millimeter sind empfehlenswert*
- Reifen mit Alpine-Symbol: Sicherstellen, dass der Reifen das Alpine-M+S-Symbol trägt
- Reifendruck kontrollieren: Auf den empfohlenen Druck einstellen
- Fahrzeugausrüstung überprüfen: Eiskratzer, Schneebesen, Kabelbinder und ggf. Schneeketten griffbereit lagern
Verantwortungsbewusstes Fahren bei winterlichen Bedingungen umfasst angepasste Geschwindigkeit sowie einen großzügigen Abstand zum Vorausfahrenden.
Wenn extreme Wetterbedingungen wie Blizzards oder Blitzeis drohen, sollten Autofahrten nach Empfehlung des ADAC möglichst verschoben werden. Das winterliche Risiko nutzt sich durch vorsichtiges Verhalten erheblich.
Indem man Fahrzeug und Reifen frühzeitig prüft und das Fahrverhalten an die Straßenverhältnisse anpasst, schafft man die besten Voraussetzungen, um sicher durch Schnee und Eis zu kommen.
Gesellschaftliche Folgen der Kältewellen: Notrufe, Versorgung und Zukunftsausblick
Kältewellen bringen nicht nur winterliche Temperaturen, sondern auch erhebliche Herausforderungen für die Gesellschaft. Sie beeinflussen die Anzahl der Notrufe, die Versorgung der Betroffenen und haben sektorübergreifende Konsequenzen. Besonders während der Kältewelle im Januar 2024 meldete das Deutsche Rote Kreuz einen zweistelligen prozentualen Anstieg der Notrufe, die auf Glätteunfälle und kältebedingte Gesundheitsprobleme zurückzuführen sind (Stand: 02/2024)*. Diese Dynamik zeigt, wie stark extreme Wetterlagen die Infrastruktur belasten und welche Bedeutung eine frühzeitige Vorsorge sowie eine angepasste Mobilität haben.
Steigende Notrufe und Versorgungslage
Während der extremen Kälteperioden steigt die Anzahl der medizinischen und notfallbezogenen Einsätze deutlich. Die erhöhte Zahl an Unfällen durch Glätte und die Zunahme kältebedingter Erkrankungen führen dazu, dass Rettungsdienste und Pannenhelfer stärker gefordert sind. Laut ADAC wurden Anfang 2026 im ersten Januar-Wogen bereits 96.487 Einsätze verzeichnet, was einer Steigerung um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht — eine Entwicklung, die die Belastung der Einsatzkräfte deutlich macht (Stand: 08.01.2026)*.
Neben den akuten Notfällen wächst auch der Bedarf an längerfristigen Hilfsmaßnahmen. Viele Menschen, insbesondere Obdachlose oder Personen mit eingeschränkter Mobilität, sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Zudem erschweren Glatteis und winterliche Straßenverhältnisse die Versorgungseinrichtungen, sodass Notruf- und Einsatzstellen oft vor extra Herausforderungen stehen.
Sectorübergreifende Konsequenzen
Die veränderten Einsatzmuster während Kälteperioden wirken sich auf mehrere gesellschaftliche Bereiche aus. Die Belastungen für Rettungsdienste, Polizeikräfte und Telekommunikationsanbieter steigen spürbar. Diese Mehrbelastung kann die Reaktionszeiten verzögern und somit die Versorgungskapazitäten einschränken. Darüber hinaus beeinflusst die erhöhte Unfallgefahr durch ungeeignete Reifenwahl und unvorsichtige Fahrweise die Verkehrssicherheit deutlich. Rund 25 Prozent der Fahrzeuge sind nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung der Reifenindustrie mit Ganzjahresreifen ausgestattet — eine Zahl, die die Bedeutung einer passenden Reifenwahl bei winterlichen Bedingungen unterstreicht (Stand: 04/2024)*.
Hier zeigt sich, dass eine verlässliche Kombination aus ordnungsgemäßer Reifenwahl, Aufmerksamkeit für rechtliche Vorgaben und umsichtiges Fahrverhalten einen Beitrag dazu leisten kann, Belastungen für Rettungs- und Pannendienste zu reduzieren. Der bewusste Umgang mit den Wetterverhältnissen trägt dazu bei, Notrufzahlen zu senken und die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.
Empfehlungen für die Öffentlichkeit: Sicher mobil bleiben
Für die Bevölkerung ist es essenziell, bei winterlichen Verhältnissen vorsichtig zu planen und das eigene Verhalten anzupassen. Der ADAC empfiehlt, Fahrten bei extremen Wetterlagen zu verschieben und das Fahrzeug vor Fahrtantritt komplett von Schnee und Eis zu befreien. Zudem sollten geeignete Winter- oder Ganzjahresreifen mit mindestens vier Millimeter Profiltiefe verwendet werden.
Auf der Straße gilt: Geschwindigkeit entsprechend den Straßen- und Wetterbedingungen anpassen, ausreichend Abstand halten und sanft bremsen sowie lenken. Bei starkem Schneefall, Glatteis oder Blitzeis ist eine Fahrt kaum mehr sicher — in solchen Fällen ist das Fahrzeug besser stehenzulassen, bis die Straßen geräumt sind.
Diese vorsorglichen Maßnahmen können dazu beitragen, die Belastung der Rettungsdienste in extremen Situationen zu verringern. Für die Mobilitätssicherheit ist eine kluge Entscheidung besonders in Zeiten schwer einschätzbarer Wettersituationen entscheidend. Nur so lässt sich den Auswirkungen extremer Kälte effektiv begegnen und die Versorgung der Gesellschaft sichern.
Dieser Beitrag enthält Informationen und Empfehlungen, die auf einer Pressemitteilung des ADAC e.V. basieren.
Weiterführende Quellen:
- „Im Januar 2021 ereigneten sich in Deutschland 21.752 polizeilich erfasste Unfälle unter dem Einfluss von Schnee, Eis oder Reifglätte; dabei wurden 3.104 Personen verletzt und 35 getötet (Stand: 12/2022).“ – Quelle: https://www.destatis.de
- „Das Bundesverkehrsministerium stellt klar: Winterreifenpflicht in Deutschland ist seit der StVO-Novelle 2010 als situative Pflicht geregelt; maßgeblich ist § 2 Abs. 3a StVO, wonach bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit dafür geeigneten Reifen gefahren werden darf (Stand: 07/2023).“ – Quelle: https://www.bmdv.bund.de
- „Als Winterreifen im Sinne der StVZO gelten seit der Anpassung an UN-Regelung Nr. 117 nur noch Pneus mit Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke); reine M+S-Reifen erfüllen die Anforderungen für Neureifen seit 2018 nicht mehr (Stand: 11/2024).“ – Quelle: https://www.bmdv.bund.de
- „Der bundeseinheitliche Tatbestandskatalog sieht für das Fahren bei Glätte mit ungeeigneter Bereifung ein Verwarnungs- bzw. Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister vor; bei zusätzlicher Behinderung, Gefährdung oder Unfallfolgen steigen die Regelsätze auf bis zu 120 Euro (Stand: 01/2024).“ – Quelle: https://www.bussgeldkatalog.org
- „Eine Untersuchung der TU Dresden zu Ganzjahresreifen zeigte auf einem Schneebelag bei –2 °C Bremswege, die je nach Produkt 10 bis 20 Prozent länger waren als bei aktuellen Premium-Winterreifen (Veröffentlichung: 11/2023).“ – Quelle: https://tu-dresden.de
- „Der Anteil von Ganzjahresreifen im Pkw-Ersatzgeschäft in Deutschland lag 2023 bei rund 25 Prozent, während klassische Winterreifen weiterhin den größten Anteil im saisonalen Segment ausmachten (Stand: 04/2024).“ – Quelle: https://www.wdk.de
- „Das Deutsche Rote Kreuz berichtete für die Kältewelle im Januar 2024 von einer zweistelligen prozentualen Steigerung der Notrufe aufgrund von Glätteunfällen und kältebedingten Gesundheitsproblemen (Stand: 02/2024).“ – Quelle: https://www.drk.de
- „Die ADAC Pannenhilfe verzeichnete in der ersten Januarwoche 2026 mit 96.487 Einsätzen 15,5 Prozent mehr Hilfeleistungen als im Vorjahreszeitraum, wobei der Spitzenwert am 5. Januar mit 20.516 Einsätzen erreicht wurde (Stand: 08.01.2026).“ – Quelle: https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/verkehr/sicher-unterwegs-bei-schnee-und-eis.html