Umfrage: 82 Prozent erwarten zu niedrige Rente – Viele können nicht privat vorsorgen

Fast zwei Drittel der Deutschen glauben nicht, dass ihre gesetzliche Rente zum Leben reicht. Eine Umfrage des Sozialverbands Deutschland (SoVD) zeigt zudem, dass mehr als die Hälfte der Befragten nicht genug Geld für private Vorsorge hat. Der Verband fordert die Politik auf, die gesetzliche Rente zu stärken und in eine Erwerbstätigenversicherung umzubauen, für mehr Vertrauen zu sorgen und Altersarmut zu verhindern. Eine deutliche Mehrheit spricht sich dafür aus, Beamtinnen und Beamte in das System einzubeziehen.

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– 82% der Befragten erwarten keine ausreichende gesetzliche Rente.
– 54% können nicht ausreichend privat für das Alter vorsorgen.
– 70% befürworten eine Erwerbstätigenversicherung für alle.

SoVD-Umfrage zur Altersvorsorge: Viele zweifeln an der gesetzlichen Rente und können privat nicht ausreichend vorsorgen

Die Sorge um die eigene Altersvorsorge wächst. Nach einer vom Sozialverband Deutschland (SoVD) veröffentlichten Civey-Umfrage rechnen mehr als 82 Prozent der Befragten damit, dass ihre gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um den bisherigen Lebensstandard im Alter zu sichern. Zugleich sagt rund jeder Zweite, dass das Geld für eine ausreichende private Vorsorge fehlt.

Für den SoVD zeigt die Befragung ein deutliches Vertrauensproblem bei der Alterssicherung. Der Verband sieht darin zugleich ein Signal an die Politik, die gesetzliche Rentenversicherung gezielt zu stärken, statt die Verantwortung weiter auf individuelle Vorsorgelösungen zu verlagern.

Die Daten beruhen auf einer Online-Befragung von 2.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern im Alter von 18 bis 67 Jahren ohne Rentnerinnen, Beamtinnen und Selbstständige. Civey befragte sie vom 24.03. bis 31.03.2026. Nach Angaben des SoVD sind die Ergebnisse durch Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ; der statistische Fehler beim jeweiligen Gesamtergebnis liegt bei 3,6 Prozentpunkten.

Private Altersvorsorge stößt für viele an finanzielle Grenzen

Aus Sicht des SoVD macht die Umfrage deutlich, dass fehlende zusätzliche Absicherung nicht mit mangelndem Willen zur Vorsorge gleichgesetzt werden kann. Rund 54 Prozent der Befragten geben an, finanziell nicht in der Lage zu sein, ausreichend privat für das Alter vorzusorgen.

Der Verband verweist darauf, dass private und betriebliche Altersvorsorge die gesetzliche Rente zwar ergänzen können, sie aber gerade für Menschen mit geringem finanziellen Spielraum nicht ersetzen. Damit rückt die soziale Frage der Altersabsicherung stärker in den Mittelpunkt: Wer wenig verdient oder nur geringe Rücklagen bilden kann, hat deutlich weniger Möglichkeiten, Versorgungslücken eigenständig zu schließen.

Wachsende Vorsorgebereitschaft, aber wenig Sicherheit

Weitere Erhebungen, auf die im Zusammenhang mit der Debatte verwiesen wird, zeigen nach Darstellung des SoVD ein ähnliches Bild. Demnach steigt die Bereitschaft, zusätzlich für das Alter vorzusorgen: 2020 sagten 25 Prozent, sie hätten bislang nicht ausreichend vorgesorgt, planten aber in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Altersvorsorge. 2023 lag dieser Wert bei 36 Prozent, 2026 bei 41 Prozent.

Gleichzeitig bleibt das Sicherheitsgefühl niedrig. Während sich 2017 noch 36 Prozent der Befragten ausreichend fürs Alter abgesichert fühlten, waren es 2026 nur noch 26 Prozent. Auch die Erwartung, den eigenen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können, bleibt auf hohem Niveau. Für den SoVD verdichten sich diese Ergebnisse zu einem klaren Befund: Das Bedürfnis nach zusätzlicher Absicherung wächst, während das Vertrauen in die eigene Altersvorsorge schwach bleibt.

Altersvorsorge gilt vielen als zu kompliziert

Neben fehlendem Geld sieht der SoVD in der wahrgenommenen Komplexität der Altersvorsorge ein weiteres Hindernis. Nach einer Erhebung mit Stand 25. Februar 2026 halten rund drei Viertel der Menschen das Thema für kompliziert. 37 Prozent geben an, dass sie diese Komplexität davon abhält, sich aktiv mit ihrer Vorsorge zu beschäftigen.

Damit geht es aus Sicht des Verbandes nicht nur um finanzielle Spielräume, sondern auch um Orientierung. Wenn Vorsorgemodelle als schwer durchschaubar erlebt werden, sinkt die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen. Das verstärkt die Unsicherheit zusätzlich.

Gesetzliche Rentenversicherung bleibt die zentrale Säule

Der SoVD betont zugleich die große Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2024 87,2 Prozent der Erwerbspersonen gesetzlich rentenversichert, darunter 83,7 Prozent pflichtversichert und 3,5 Prozent freiwillig.

Auch bei den Leistungsbeziehenden zeigt sich die Reichweite des Systems: Am 1. Juli 2015 bezogen 20,8 Millionen Personen eine gesetzliche Rente, am 1. Juli 2025 waren es rund 21,5 Millionen. Darunter befanden sich 4,1 Millionen Personen, die sowohl eine eigene Rente als auch eine Hinterbliebenenrente erhielten. Für den Verband unterstreichen diese Zahlen, dass Fragen nach Rentenniveau, Finanzierung und Vertrauen Millionen Menschen unmittelbar betreffen.

SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier erklärt: „Die gesetzliche Rente wird von verschiedenen Seiten gezielt schlechtgeredet, ist aber deutlich besser als ihr Ruf. Sie hat sich auch in Krisenzeiten als stabil, verlässlich und solidarisch erwiesen und bildet weiterhin das Rückgrat der Alterssicherung in Deutschland. Die gesetzliche Rente muss jetzt gezielt gestärkt werden, da die Menschen das Vertrauen in eine verlässliche Alterssicherung verloren haben.“

Breitere Finanzierung findet hohe Zustimmung

Die Umfrage zeigt nach Darstellung des SoVD auch, welche Reformansätze auf Zustimmung stoßen. 70 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, alle Erwerbstätigen in die Finanzierung der gesetzlichen Rente einzubeziehen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei der Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten: 87 Prozent befürworten diesen Schritt. 42 Prozent unterstützen zudem höhere Steuern für Besserverdienende.

Deutlich geringer fällt die Zustimmung für klassische Einschnitte aus. Nur 13 Prozent sprechen sich für eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters aus. Eine Begrenzung des Rentenniveaus unterstützen 8 Prozent, höhere Rentenbeiträge 6 Prozent.

Für den SoVD ergibt sich daraus eine klare Richtung: Viele Menschen wollen eine breitere Finanzierungsbasis statt Kürzungen oder längerer Lebensarbeitszeiten. Engelmeier sagt dazu: „Viele Menschen wollen eine Rente, die auf mehr Schultern verteilt wird. Deshalb braucht es eine Weiterentwicklung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen. Gleichzeitig muss das Rentenniveau stabilisiert und perspektivisch angehoben werden. Nur so lässt sich das Vertrauen der Menschen in die gesetzliche Rente zurückgewinnen“, fasst Michaela Engelmeier die Ergebnisse zusammen.

SoVD fordert stärkere gesetzliche Rente und guten Arbeitsmarkt

Für den Verband reicht die Debatte über die Rentenpolitik über die reine Vorsorgefrage hinaus. Aus seiner Sicht berührt sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Sicherheit insgesamt. Wenn die Angst vor Versorgungslücken im Alter wächst, steigt auch der Druck auf andere Bereiche der sozialen Sicherung.

Der SoVD verknüpft seine rentenpolitischen Forderungen deshalb mit Anforderungen an den Arbeitsmarkt. Michaela Engelmeier betont: „Damit die gesetzliche Rente den Lebensstandard im Alter tatsächlich sichern kann, müssen die Renten künftig höher ausfallen. Voraussetzung dafür ist auch ein starker und inklusiver Arbeitsmarkt mit guten Löhnen und stabilen Erwerbsbiografien“, so Engelmeier.

Damit macht der Verband deutlich, dass eine verlässliche Alterssicherung aus seiner Sicht nicht allein durch private Vorsorge erreicht werden kann. Entscheidend seien eine gestärkte gesetzliche Rente, eine breitere Finanzierung und Arbeitsbedingungen, die verlässliche Rentenansprüche überhaupt erst ermöglichen.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate stammen aus einer Pressemitteilung des Sozialverbands Deutschland e. V. (SoVD).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Die Ergebnisse machen deutlich, dass es bei der Altersvorsorge nicht nur um Zahlen geht, sondern um Vertrauen. Viele Menschen rechnen damit, dass die gesetzliche Rente nicht reicht und dass private Absicherung finanziell ausfällt. Gleichzeitig wird Altersvorsorge als komplex erlebt, was die Unsicherheit weiter verstärkt.

Für Politik und Verwaltung folgt daraus: Wenn die Alterssicherung für große Teile der Bevölkerung wackelt, rückt die Frage nach einer tragfähigen gesetzlichen Grundlage stärker in den Mittelpunkt. Unternehmen und der Arbeitsmarkt sind ebenfalls betroffen, weil der SoVD gute und stabile Erwerbsbiografien als Voraussetzung nennt. Organisationen und Verbände wiederum sollten diese Lücke zwischen Bedarf und wahrgenommener Sicherheit sichtbar machen und die Debatte auf verlässliche Finanzierung und Perspektiven lenken.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum sagen so viele, dass die gesetzliche Rente nicht reichen wird?
Weil über 82% erwarten, dass sie den bisherigen Lebensstandard nicht sichern kann. Das zeigt laut Beitrag ein Vertrauensproblem in die Alterssicherung.

Warum können viele nicht genug privat vorsorgen?
Rund 54% geben an, finanziell nicht in der Lage zu sein, ausreichend privat fürs Alter vorzusorgen.

Hilft private oder betriebliche Vorsorge wirklich, wenn wenig Geld da ist?
Der Beitrag betont: Ergänzen kann sie, aber sie kann gerade bei geringem finanziellen Spielraum die gesetzliche Lücke nicht ersetzen.

Was deutet der Beitrag als mögliche politische Richtung an?
Viele befürworten eine breitere Finanzierung der gesetzlichen Rente, etwa durch die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in eine Erwerbstätigenversicherung. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters wird dagegen deutlich seltener unterstützt.

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15 Kommentare

  1. Sehr wichtiger Bericht, die Angst vor Altersarmut ist spürbar, 70% für Erwerbstätigenversicherung zeigt Wunsch nach solidarität, aber wie ginge das praktisch, solidarisch zahlen ist ok aber braucht Transparenz, schau auch /vorsorge/faq und /rente/studie fuer detail

    1. Ich finde es gut das SoVD das thema anpricht, aber man merkt das viele kompliziert denken über Alters vorsorge, einfache rechner oder beratung würden helfen, hat jemand tipps für gute beratung oder seiten mit rechnern?

    2. Neutral kommentar: Lob an den Artikel für die daten, aber Kritik an der fehlenden klarheit über kosten und Finanzierung, höhere Steuern fuer Besserverdiener wird kurz genannt, brauch mehr Transparenz und konkrete Beispielrechnungen, wer kann welche Auswirkungen erklären?

  2. Die Zahlen sind alarmierend, 26% fühlen sich abgesichert das ist wenig, ich find man sollte nicht alles auf private Vorsorge schieben, die gesetzliche Rentenversicherung muss stabil bleiben, eventuell bundeseiten oder interne text /rente/studie lesen für mehr fakten

    1. Interessant aber auch verwirrend, viele begriffe und prozente, kann jemand erklären was ‚breitere Finanzierung‘ genau heisst? Mehr einzahler? höhere steuer? link /arbeit/guter-arbeitsmarkt könnte zeigen wie Lohnpolitik rauf hilft, fragen offen

    2. Ich find die Schlussfolgerung logisch: bessere gesetzliche rente und guter Arbeitsmarkt sind nötig, aber wer sorgt dafür? die Umsetzung bleibt vage, konkrete reformvorschläge fehlen im Text, hat jemand link zu partei Positionen oder Studien?

  3. Ich fühl mich auch unsicher, 54% sagt sie können nicht privat vorsorgen, das trifft viele, muss man nicht mehr auf gute Löhne und stabil arbeit drängen damit Rente stimmt? Link /arbeit/guter-arbeitsmarkt passt hier, frage an alle: was wären real lösungen?

    1. Danke für den beitrag, sehr wichtiges thema, aber die erklärung fehlt manchmal, ich würd gern wissen ob betriebliche vorsorge wirklich hilft oder nur für besserverdiener, jeman erfahrung mit betriebl. rente? /vorsorge/faq kann helfen aber nicht genug

    2. Neutral meinung: die politik soll die gesetzliche rente stärken wie SoVD sagt, aber wer kontrolliert die kosten? erhöhung der steuern für besserverdienende klingt gerecht, mehr infos nötig, würd gern diskusion mit fakten sehn

  4. Das thema trifft mich, ich glaube die gesetzliche Rente is zwar wichtig aber die Politik macht zu wenig, 70% für breitere Finanzierung sagt viel, kann jemand erklärren wie Erwerbstätigenversicherung wirklick funktioniert? siehe auch /rente/studie fuer zahlen und mehr info

    1. Stimme zu, die Komplexität hält viele ab sich zu kümmern, ich habs versucht aber die Begriffe sind verwirrend, wer kennt einfache erklärungen oder Workshops? Vielleicht link /vorsorge/faq bringt klarheit, und mehr konkrete reformen wären nötig

    2. Neutral gesagt, die Idee mehr Leute einbezogen zu lassen klingt gut, aber die Umsetzung muss fair sein, beamte einzubeziehen ok, wer zahlt dann mehr und wie bleibt die rente stabil, wer hat detaillierte vorschläge oder modelle?

  5. Interessant das Ergebnis, aber ich bin net sicher ob alles so stimmt, die Civey-umfrage klingt wichtig, die gesetzliche Rente wird oft schlecht geredet, und privat vorsorgen geht bei wenig geld kaum, siehe auch /vorsorge/faq und /rente/studie, wer hilft hier den armen?

    1. Gute Beitrag, ja die rente ist kompliziert und man versteh oft nix, die Erwerbstätigenversicherung klingt logisch aber wie soll das funzen, mehr infos wärn gut, vielleicht artikel /arbeit/guter-arbeitsmarkt verlinken, wär toll wen andere erfahrungen teillen

    2. Danke für den Text, ich find die zahlen erschreckend, 82% das is viel, aber wer erklärt uns einfach die Vorschorge optionen? Die private vorsorge fehlt vielen weill die Lohn zu klein ist, link /vorsorge/faq hilft bisschen aber mehr brauchts

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