– Der Bundesrat stimmte am 19. Dezember 2025 der dauerhaften 7% Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie zu.
– Die Senkung beseitigt Wettbewerbsnachteile und soll Arbeitsplätze sowie die wirtschaftliche Lage der Branche sichern.
– Die Politik stärkt damit die Gastronomie als wichtigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Faktor.
Ein historischer Schritt für die Gastronomie
Der Bundesrat hat am 19. Dezember 2025 grünes Licht gegeben: Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie sinkt auf einheitlich 7 Prozent. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) bewertet diese Entscheidung als zentralen Erfolg für die gesamte Branche. Sie bedeute Steuergerechtigkeit, sichere Existenzen und die Stärkung sozialer Treffpunkte in ganz Deutschland.
Kernaussagen
Der Bundesrat stimmte am 19. Dezember 2025 der Regelung zu. Der DEHOGA sieht in der gesenkten Steuer die wichtigste Einzelmaßnahme zur Stabilisierung von Restaurants, Wirtshäusern, Cafés und Caterern. Die Regelung beseitigt einen als unfair empfundenen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Essensanbietern wie Lieferdiensten, für die bereits der ermäßigte Steuersatz galt. Zudem profitiert die Gemeinschaftsgastronomie, die täglich 17 Millionen Menschen (Stand: 19. Dezember 2025, Quelle: Pressemitteilung DEHOGA)* in Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäusern versorgt. Für die Branche mit ihren zwei Millionen Beschäftigten (Stand: 19. Dezember 2025, Quelle: Pressemitteilung DEHOGA)* schafft die Maßnahme finanziellen Spielraum in einer Zeit stark gestiegener Kosten.
Originalzitate
DEHOGA-Präsident Guido Zöllick kommentierte die Entscheidung am Tag der Verkündung wie folgt:
„Die 7 Prozent Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie sind die wichtigste Maßnahme zur Stärkung unserer Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Caterer.“
„Die Maßnahme stellt die längst überfällige Steuergerechtigkeit her. Damit werden Existenzen und Arbeitsplätze gesichert. Lebendige Innenstädte und attraktive ländliche Regionen gibt es nur mit einer vielfältigen Gastronomie.“
„Mit dieser Entscheidung erkennt die Politik die hohe gesellschaftliche Relevanz der Betriebe an und stärkt die so wichtigen Begegnungsorte. Gastronomie macht unser Land lebendig und liebenswert, ermöglicht Tourismus und ist unverzichtbar für Austausch, sozialen Zusammenhalt und die Daseinsvorsorge.“
„Durch die Entscheidung wird die Benachteiligung gegenüber anderen Essensanbietern wie Lieferdiensten oder dem Einzelhandel beendet, für die seit jeher nur 7 Prozent Mehrwertsteuer gelten.“
„Wo Spielräume vorhanden sind, werden Gastronominnen und Gastronomen diese nutzen für Investitionen in die Betriebe, Sicherung von Arbeitsplätzen, faire Löhne und attraktive Preisangebote.“
„Der jahrzehntelange unermüdliche Einsatz des DEHOGA auf Bundes- und Landesebene hat sich gelohnt – nicht nur für die Gastronomie als Branche der Chance und Integration mit ihren zwei Millionen Beschäftigten und für ihre Partner, sondern mit Blick auf die großen struktur- und sozialpolitischen Effekte auch für die Gesellschaft insgesamt.“
Deutschland im EU-Vergleich: Ein Steuersatz mit Nachholbedarf
Die Entscheidung für eine dauerhaft niedrigere Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie stellt Deutschland nicht nur national, sondern auch im europäischen Vergleich auf eine neue Basis. Eine Analyse der Steuerlandschaft in der Europäischen Union zeigt, dass Deutschland mit seiner bisherigen Regelung lange Zeit einen Sonderweg beschritt.
EU-Vergleich
23 von 27 EU-Staaten wiesen niedrigere Mehrwertsteuersätze auf Speisen in der Gastronomie aus als die in Deutschland geltenden 19 Prozent* Diese Diskrepanz unterstrich einen Wettbewerbsnachteil deutscher Betriebe im europäischen Kontext und lieferte ein zentrales Argument für eine Angleichung. Während viele Nachbarländer die Gastronomie bereits mit ermäßigten Sätzen förderten, blieb Deutschland mit dem vollen Regelsatz eine Ausnahme.
Zeithorizont und Umsetzungsfragen
Die Entwicklung hin zur Senkung folgte einer zeitlichen Abfolge. Erste öffentliche Forderungen und mediale Beobachtungen gab es bereits 2024. Die systematische EU-weite Einordnung der Steuersätze folgte im Dezember 2025. Trotz der klaren Ankündigung, den Satz ab dem 1. Januar 2026 dauerhaft auf 7 Prozent zu senken* gab es auch kritische Stimmen. Experten äußerten im Vorfeld der Entscheidung Bedenken und warfen die Frage auf, inwieweit hier Lobbyinteressen über wirtschaftspolitische Erwägungen gesiegt hätten* Diese Kontroverse begleitete den politischen Prozess bis zur finalen Abstimmung.
Wer profitiert, wer zahlt? Die Kontroversen um die Mehrwertsteuersenkung
Die 7 Prozent Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie kommen – soeben hat der Bundesrat zugestimmt (Stand: 19. Dezember 2025)*. Doch nicht alle Seiten sehen die Maßnahme als uneingeschränkten Gewinn. Neben der offiziellen Position der Branchenverbände existieren kritische Stimmen aus der Wissenschaft, praktische Erfahrungen aus früheren Senkungsphasen und politische Forderungen nach finanziellen Ausgleichen. Die Debatte wirft grundlegende Fragen auf: Wer profitiert tatsächlich von der Steuerentlastung, und wer trägt möglicherweise die Kosten?
Kritik und Expertenmeinungen
Wirtschaftsexperten äußerten sich bereits im Vorfeld der Entscheidung skeptisch. Sie protestierten gegen die Senkung und warfen der Politik vor, hier dem Lobbyismus nachzugeben, anstatt eine gesamtwirtschaftlich sinnvolle Steuerpolitik zu verfolgen (Stand: Dezember 2025)*. Diese Kritik zielt auf die grundsätzliche Frage, ob eine sektorale Steuervergünstigung das richtige Instrument zur Stützung einer Branche ist oder ob sie Marktverzerrungen schafft.
Ein zentraler Kritikpunkt speist sich aus der Beobachtung der temporären Senkung während der Corona-Pandemie. Damals zeigte sich, dass viele Gastronomen die Steuerentlastung nicht vollständig an ihre Kundschaft weitergaben (Stand: 2024)*. Stattdessen nutzten einige Betriebe den finanziellen Spielraum, um angeschlagene Margen zu stabilisieren oder gestiegene Kosten aufzufangen. Diese Erfahrung nährt die Sorge, dass der eigentliche Preiseffekt für Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei der dauerhaften Regelung geringer ausfallen könnte als erhofft.
Wer profitiert, wer zahlt?
Die Frage der Verteilung von Nutzen und Lasten ist komplex. Die Steuersenkung wirkt sich direkt und indirekt auf eine Vielzahl von Akteuren aus:
- Gastronomiebetriebe und Mitarbeitende erhalten einen finanziellen Spielraum für Investitionen, Löhne oder die Preiskalkulation.
- Verbrauchende Kundinnen und Kunden könnten von günstigeren Preisen profitieren, falls die Entlastung weitergegeben wird.
- Gemeinschaftsverpflegung in Schulen, Kitas oder Krankenhäusern profitiert von vereinfachten Abrechnungen und geringeren Kosten.
- Kommunale Haushalte und Bundesländer stehen vor geringeren Steuereinnahmen, die andernorts kompensiert werden müssen.
- Zulieferer und regionale Wertschöpfungsketten sind indirekt betroffen, da eine starke Gastronomie ihre Absatzmärkte sichert.
Genau dieser letzte Punkt führt zu einer konkreten politischen Forderung. Die Bundesländer, die durch die dauerhaft niedrigere Mehrwertsteuer auf Speisen Einnahmen verlieren, fordern einen finanziellen Ausgleich vom Bund (Stand: Dezember 2025)*. Damit wird deutlich, dass die Steuerentlastung für die Gastronomie nicht in einem fiskalischen Vakuum stattfindet. Was den Betrieben an Steuern erspart bleibt, fehlt den öffentlichen Kassen – es sei denn, die gestärkte Wirtschaftskraft generiert andernorts neue Einnahmen. Ob dieser Trade-off aufgeht, bleibt eine der offenen Fragen dieser politischen Entscheidung.
Worauf Gäste und Kommunen in den kommenden Monaten achten sollten
Die Entscheidung für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz ist gefallen. Jetzt richten sich die Blicke nach vorne. Ob und wie sich diese steuerliche Entlastung für die Betriebe auch für Verbraucher und die öffentlichen Haushalte auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eine aktive Beobachtung hilft, die Entwicklung einzuordnen.
Worauf Verbraucher jetzt achten sollten
Verbraucher können selbst zu aufmerksamen Beobachtern werden. Ein erster, einfacher Indikator sind die Preise in der Speisekarte des Lieblingsrestaurants oder -cafés. Sichtbare Preisänderungen nach dem Stichtag zeigen, ob und in welchem Umfang die Steuerersparnis weitergegeben wird. Eine Analyse des Magazins Stern wies darauf hin, dass Gastronomen die damalige temporäre Senkung nicht vollständig an ihre Gäste weitergaben* Diese Beobachtung liefert einen historischen Referenzpunkt für die anstehende Regelung.
Ein weiterer wichtiger Blickpunkt sind die öffentlichen Debatten und Stellungnahmen. Berichte von Verbraucherzentralen und Branchenverbänden liefern wertvolle Einschätzungen dazu, wie die Maßnahme in der Praxis ankommt. Sie kommentieren Preisentwicklungen und betriebswirtschaftliche Spielräume.
Monitoring-Indikatoren
Für eine fundierte Einschätzung der Gesamtwirkung lohnt es sich, über den direkten Preisschild-Blick hinauszugehen. Drei zentrale Beobachtungsfelder sind:
- Offizielle Finanzausgleiche: Die Steuersenkung hat direkte Auswirkungen auf die Einnahmen der Bundesländer. Die Diskussionen und Beschlüsse zum bundesstaatlichen Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern werden zeigen, wie die entgangenen Steuermittel kompensiert werden sollen. Diese politischen Verhandlungen sind ein zentraler Indikator für die haushaltspolitischen Folgen.
- Branchenberichte und Konjunkturumfragen: Regelmäßige Veröffentlichungen von Wirtschaftsforschungsinstituten und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) geben Aufschluss über die Investitionsbereitschaft in der Branche, die Entwicklung der Beschäftigung und die allgemeine wirtschaftliche Stimmung. Sie messen, ob der erhoffte „Rückenwind“ tatsächlich spürbar wird.
- Regionale und lokale Presseberichterstattung: Ob ein Betrieb schließt, expandiert oder neue Konzepte einführt – die lokale Berichterstattung bildet die unmittelbaren Effekte vor Ort ab. Sie zeigt, ob die Gastronomie als sozialer Treffpunkt und Wirtschaftsfaktor gestärkt wird.
| Datum/Stand | Aussage | Quelle |
|---|---|---|
| 2024 | Eine Analyse kommt zu dem Schluss, dass Gastronomen eine temporäre Steuersenkung nicht vollständig an die Verbraucher weitergaben. | stern.de/wirtschaft/news* |
Die Tabelle fasst zentrale zeitliche und inhaltliche Bezugspunkte zusammen. Die Entwicklung bleibt dynamisch. Die Aufmerksamkeit für diese Indikatoren ermöglicht es, die versprochene Stärkung der Gastronomie und ihre Effekte auf Gesellschaft und Wirtschaft realistisch einzuschätzen.
Die nachfolgenden Inhalte und Zitate beruhen auf einer Pressemitteilung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband).
Weiterführende Quellen:
- „23 von 27 EU-Staaten weisen bereits niedrigere Mehrwertsteuersätze auf Speisen in der Gastronomie als die bisherigen 19 Prozent in Deutschland aus (Stand: April 2025).“ – Quelle: https://www.resmio.com/spoon-bytes/mehrwertsteuersenkung-gastronomie/
- „Bundesländer fordern finanziellen Ausgleich vom Bund aufgrund geringerer Steuereinnahmen durch die dauerhafte Senkung ab 1. Januar 2026 (Stand: Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.resmio.com/spoon-bytes/mehrwertsteuersenkung-gastronomie/
- „Experten protestieren gegen die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in der Gastronomie ab 1. Januar 2026 (Stand: Dezember 2025).“ – Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gastronomie-mehrwertsteuer-senkung-trotz-expertenprotest-sieg-des-lobbyismus-a-7778ca00-1b4d-48fe-85c5-2c67fd4c71f7
- „Gastronomen reichen die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent auf Speisen nicht an Verbraucher weiter (Beobachtung aus früherer Senkungsphase, Stand: 2024).“ – Quelle: https://www.stern.de/wirtschaft/news/gastronomie-reicht-mehrwertsteuersenkung-nicht-weiter-36973288.html
9 Antworten
…trotzdem bleibt die Frage: Wer profitiert am Ende wirklich von dieser Steuerreform? Ich hoffe wirklich, dass es nicht nur um Lobbyinteressen geht und wir alle etwas davon haben.
…ja genau! Ich habe Bedenken wegen der letzten Erfahrungen mit der temporären Senkung während Corona. Was denkt ihr darüber?
…und ich denke auch an die kleinen Betriebe! Wie können wir sicherstellen, dass sie nicht benachteiligt werden?
Die Senkung der Mehrwertsteuer könnte wirklich einen positiven Einfluss auf die Gastronomie haben. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie sich das auswirkt! Aber wie können wir sicherstellen, dass die Gastronomen fair mit den Preisen umgehen?
Das ist eine gute Frage! Vielleicht sollten Verbraucher aktiver nachfragen oder Feedback geben? Ich denke auch, dass Transparenz wichtig ist.
…und gleichzeitig sollten wir auch darauf achten, wie sich die Qualität der Speisen entwickelt! Es wäre schade, wenn sie nur wegen der Steuererleichterung schlechter werden.
Ich finde es gut, dass die Mehrwertsteuer gesenkt wurde. Ist es nicht unfair gewesen, dass Lieferdienste weniger Steuern zahlen mussten? Aber ich frage mich, ob die Gastronomen die Ersparnisse wirklich an uns weitergeben werden.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt! Ich hoffe auch, dass die Restaurants die Preise senken. Welche Erfahrungen habt ihr mit den Preisänderungen gemacht? Gab es schon Anpassungen in euren Lieblingslokalen?
Ich bin auch skeptisch. Die letzte Senkung hat ja nicht viel bewirkt. Glaubt ihr, dass wir diesmal bessere Ergebnisse sehen werden? Vielleicht sollten wir das genauer beobachten.